Kabarett beim Kolpingforum

Positiv und extrem

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In der Pause zwischen den beiden Programmteilen signierte die Kabarettistin Bücher.

Balve - Wann haben Sie eigentlich zuletzt gelogen – und vor allem schriftlich? Im Publikum der Aula der Realschule Balve wollte am Freitagabend niemand so richtig eingestehen, dass er oder sie auch schon mal in Wort und Schrift geflunkert hat. Doch Anka Zink gab ein Beispiel: „Mal eben schnell das Häkchen setzten bei: ,Ich habe die allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen’.“ Damit hatte sie das Publikum direkt auf ihrer Seite.

Die Kolpingsfamilie hatte die Kölner Kabarettistin mit ihrem neuen Programm im Rahmen des Kolpingforums in die Hönnestadt geholt. So erfuhren die etwa 150 Zuhörer, dass der Titel des Programms („Zink positiv“) Englisch sei, denn der th-Laut werde klar überbewertet.

Einen Gag nach dem anderen feuerte die Kabarettistin am Freitag heraus. Dabei erklärte sie, was „extrem“ eigentlich bedeutet – und zwar anhand verschiedener Themen. Politik, Dieselskandal und diverse Finanz- und Bankenkrisen: Alles wurde aufgegriffen und thematisiert.

„Wer ist denn Schuld an der ganzen Misere, die unsere Politik so bietet?“, fragte sie die Anwesenden. „Wir“, schallte es aus dem Besucherraum. „Schön, im Sauerland ist man wenigstens ehrlich“, lautete Zinks prompte Antwort. Aber auch US-Präsident Donald Trump wurde aufs Korn genommen: „Was ist der Unterschied zwischen Trump und dem Flughafen Berlin? – Bei Trump wird öfter geflogen!“

Furchtlos bearbeitete Zink aktuelle Themen, wobei eine Vorliebe zum Wandel der Zeit und der politischen Entwicklung erkennbar war. Während einer kurzen Pause signierte sie Bücher und scheute auch den persönlichen Kontakt zu ihren Fans nicht. Sie beantwortete Fragen und hielt Smalltalk.

Im zweiten Teil ihres Programms ging Zink auch auf das Gesundheitswesen ein: „Auf einer Party wollte ein Gast etwas Veganes, Laktosefreies mit wenig Kalorien, da habe ich einen Eiswürfel serviert.“ Sie erläuterte auch sogleich warum sie eine Toleranzallergie hat: Tolerant zu sein bedeute nicht etwas gut zu finden, sondern komme aus dem Lateinischen von „tolerare“ und bedeute ertragen, erdulden und erleiden. Da könne doch von Spaß keine Rede sein.

Mit Witz und Charme brachte sie jedes heikle Thema auf den Punkt, sodass es für das Publikum amüsant war zuzuhören. Denn es gab intelligente Gedanken, aber auch viele Gags.

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