Anja Grevener widmet sich der Hexenverfolgung

Anja Grevener hat jetzt ihren historischen Roman „Sündenbock“ veröffentlicht. Darin widmet sie sich dem Thema „Hexenverfolgung“. Unter anderem erzählt sie die Gesichte des Balver Fräuleins Marie, die sich gegen den Hexenkommissar auflehnt.

Balve - Wer das heute so beschauliche Balve sieht, mag gar nicht daran denken, dass es einmal Schauplatz von unglaublichen 300 Fällen von Justizmord gewesen sein könnte – und zwar im 17. Jahrhundert.

Die Autorin und Journalistin Anja Grevener, deren familiäre Wurzeln in Garbeck liegen, hat zum Thema „Hexenverfolgungen“ einen historischen Roman samt Spurensuche veröffentlicht, der jetzt als Taschenbuch und als E-Book erschienen ist: „Sündenbock“.

Enthalten ist auf den rund 350 Seiten nicht nur die Geschichte um das Balver Fräulein Marie und ihren Widerstand gegen den verantwortlichen Hexenkommissar, sondern auch eine erstmalige Veröffentlichung der Akten aus dem Archiv der Familie von Wrede aus dem Schloss Melschede.

Fallende Sterne, Missernten, Krankheiten und marodierende Söldner – was die Jahre des Dreißigjährigen Krieges, gepaart mit der „kleinen Eiszeit“ und ihren Wetterkapriolen angerichtet haben, war eine menschliche und wirtschaftliche Katastrophe für Balve und das Umland. Kein Wunder, dass nach einem Verantwortlichen für all das Leid, nach einem „Sündenbock“, gesucht wurde, den man an den Pranger stellen konnte, stellt Anja Grevener fest.

Fündig wurden die Balver in den so genannten „Zauberischen“, vermeintlichen Hexen, die sie zu Hunderten auf dem Galgenberg hinrichten und verbrennen ließen, beschreibt die Autorin.

In Balve wütete als Berater des Gerichts der Hexenkommissar Caspar Reinhartz aus Werl. Er allein brachte während seiner Beratertätigkeit 800 Menschen auf das Blutgerüst, knapp 300 davon aus dem Amt Balve. An die Balver Opfer erinnert heute eine Stele auf dem Galgenberg.

Im Vergleich zu Nachbargemeinden und anderen Orten in Deutschland ist diese Zahl an Opfern ungewöhnlich hoch, arbeitet Grevener heraus. Zum Vergleich: In Menden etwa waren es knapp 80 Verurteilungen von Hexen in einem vergleichbaren Zeitraum, in der gesamten Grafschaft Mark nur einige wenige Einzelfälle.

Und noch ein Detail macht die Geschichte der Balver Hexenverfolgungen so außergewöhnlich: „Die Balver wehrten sich gegen den verbissenen Hexensucher Reinhartz und trachteten ihm sogar nach dem Leben“, stellt die Autorin fest.

Aus diesem Stoff strickte Anja Grevener eine außergewöhnliche und spannende Geschichte mit sauerländer Hintergrund – und darüber hinaus reichender Bedeutung für die Geschichte des Hexenwahns in Deutschland.

Ihren historischen Roman „Sündenbock“ wird die Autorin voraussichtlich am Freitag, 16. Mai, im Rahmen einer Lesung in Balve vorgestellt. Weitere Termin-Informationen für unsere Leser folgen.

Der historische Roman „Sündenbock ist im Aachener Ammianus-Verlag erschienen,

ISBN-13: 978-3981577457

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare