Andreas Kampa ist der neue Organist in St. Blasius

BALVE ▪ „Ich hatte genug von der Großstadt“, sagt Andreas Kampa. Der 47-Jährige wollte gerne in ein kleineres Städtchen, „dahin, wo ich mich um die Gemeinde kümmern kann“, sagt der neue Kirchenmusiker der St.-Blasius-Kirche. Und so hat er sich im Januar im Sauerland beworben, ohne jemals zuvor schon dort gewesen zu sein. Am 4. Februar feierte er Geburtstag. Und tags drauf kam er zu einem Vorspiel in den Märkischen Kreis. „Da habe ich gesehen, wie schön das hier ist.“

Allzu groß dürfte die Umstellung nicht werden. „In Berlin habe ich in Pankow gelebt, da ist es auch sehr grün und nicht so großstädtisch.“ Noch am Tag seines Vorstellungstermins erfuhr Kampa, dass er die Stelle hat. „In Berlin gibt es keine festangestellten Kirchenmusiker.“ Dort arbeiteten seine Berufskollegen allesamt als Honorarkräfte. „Überhaupt sind in Berlin nicht so viele katholisch.“

Andreas Kampa hielt sich in der Hauptstadt als Klavierlehrer über Wasser. „Auch in Balve werde ich Stunden anbieten.“ Und ausgebildeter Saxofon-Spieler ist der Musiker auch. Im Sauerland hat er nun schon seine erste Probe mit dem Kirchenchor gehabt. „Die Menschen sind hier alle so herzlich.“ Eine Wohnung hätten sie ihm besorgt, sie würden sich bemühen und sogar Geschenke habe er schon erhalten – „dabei kennen mich die Leute erst von einem Mal sehen“. Sein Berliner Dialekt führe zu keinen Verständigungsproblemen. „Ach, die Berliner und die Sauerländer sind sich doch sehr ähnlich. Beide haben so eine robuste Art“, sagt der Vater einer erwachsenen Tochter.

Was die Gemeinde mit ihm erwartet, kann Kampa nicht klar sagen. „Ich möchte einfach ordentliche Arbeit abliefern.“ Musikalisch wolle er „die Vielfältigkeit der Epochen“ nutzen. Einen Kinderchor wolle er – falls möglich – aufbauen. „Und ansonsten geht es mir einfach darum, den Kirchenchor hier zu unterstützen, so gut ich kann.“ Er ist einfach zuversichtlich. Auch vor dem Schnee im Sauerländer Winter hat er keine Angst: „In Berlin kommen sie auch nicht mehr weiter dann. Da werden die Straßen auch nicht geräumt.“ Wie gut, dass er jetzt nur ein paar Schritte von der Kirche weg wohnt. ▪ kol

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