Andrea Reichart stellt ihren Roman „Nenn mich Norbert“ vor

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Der Roman „Nenn mich Norbert“ spielt zum Großteil in Volkringhausen. Autorin Andrea Reichart lebte dort zwei Jahre lang. Am Montag las sie im Haus Diepes aus ihrem Erstlingswerk. ▪

VOLKRINGHAUSEN ▪ Eine gelungene, amüsante Lesung hat am Montagabend im Haus Diepes in Volkringhausen stattgefunden: Andrea Reichart stellte ihren ersten Roman „Nenn mich Norbert“ vor. Rund 30 Interessierte besuchten die Veranstaltung und genossen über zwei Stunden den literarischen Hochgenuss der Autorin, die zwei Jahre lang in Volkringhausen wohnte und mit dem ländlichen Leben und Sauerländer Sitten vertraut ist.

Zur Autorin: Andrea Reichart lernte nach dem Abitur Buchhändlerin, ehe sie Anglistik und Germanistik studierte. Sie begann eine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Essen. 1995 machte sie sich mit einer Buchhandlung in Essen selbstständig. Im Mai 2008 eröffnete sie das Literaturhotel Franzosenhohl in Iserlohn. Damals wohnte sie für zwei Jahre im „verträumten, ländlichen Volkringhausen“, das sie so inspirierte, dass der Großteil des Romans im Balver Ortsteil spielt.

Das Versprechen der Autorin vor der Lesung – „Der Roman hat viel Humor, viel Herz und vor allem viel Hund“ – sollte sich bestätigen. Im Wesentlichen handelt der Roman vom Großstädter Norbert, der nach dem Tod seiner geliebten Frau das Ferienhaus im „Vorhof des Sauerlandes“, dem beschaulichen Volkringhausen, bezieht und den herrenlosen Hund Nobbi aus dem Tierheim holt.

In seinem neuen Wohnort macht er so manche Erfahrungen mit dem Sauerland und seinen Gepflogenheiten. Bereits die Anreise nach Volkringhausen ist beschwerlich, da ihm auf den verwinkelten, undurchsichtigen Straßen noch nicht einmal sein Navi weiterhilft: Je näher er dem Ort kommt, desto mehr sehnt er sich nach Gegenden, in denen der Begriff „öffentlicher Nahverkehr“ mit Sinn gefüllt wird. Und obendrein ist das Autofahren höchst gefährlich, da „hirnrissiges Kurvenschneiden“ ein Volkssport zu sein scheint. Spätestens hier hatte Autorin Reichart die Lacher auf ihrer Seite.

Durch das „Eis-Brechen“ in seiner Nachbarschaft erhält Norbert schnell Anschluss an das rege Dorfleben und wird durch seinen Nachbarn Jürgen mit der Trinkfestigkeit der Sauerländer konfrontiert: „Merk dir zwei Lektionen: 1. Sag nie, du hast kein Bier zu Hause! 2. Fruchtzwerge = Steinies = 0,3l-Flaschen = Bier“. Dem Großteil der Zuhörer waren diese Lektionen wohl bekannt, sodass sie sich das Schmunzeln nicht verkneifen konnten.

Neben den Sauerländer Eigenheiten thematisiert der Roman auch die besondere Beziehung zwischen Hund und Mensch. Darüber hinaus werden Einblicke in das Innenleben des Hundes Nobbi geboten: Dieser hat unter dem Verlust seines Frauchens zu leiden und tut sich mit der Gewöhnung an die neue Umgebung schwer – auch wenn sich Norbert noch so bemüht.

„Viel Herz“ kommt in erster Linie ins Spiel, als sich Norbert entschließt, in Thailand nach Nobbis verschollenem Frauchen zu suchen und dort die zweite Liebe seines Lebens kennen lernt.

Reichlich Applaus erntete Autorin Andrea Reichart am Ende ihrer Lesung. Viele Zuhörer wollten das ganze Buch kennenlernen und kauften das Werk. ▪ cor

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