Alte Türme, neue Nutzung: Das wird aus zwei Trafohäusern in Balve

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Ihrer neuen Bestimmung übergeben wurden die Turmstationen in Mellen und in der Grübeck. Dabei waren neben den neuen Besitzern auch Vertreter von Innogy.

Balve - Einst brachten die Turmstationen als sogenannte Trafohäuser das Licht ins Dunkel der Dörfer, heute sind viele der Stationen außer Betrieb und werden für neue Zwecke genutzt.

So wie seit dem Wochenende in Mellen und in der Grübeck. Bei dieser Einweihung dabei waren vom Energieversorger Innogy, einer Tochtergesellschaft des RWE-Konzerns, Michael Sonfeld und Andreas Steffen. Dass diese Türme sich nicht nur im Hönnetal, sondern auch bundesweit ähnlich sehen, sei dem 1908 erlassenen preußischen Baudekret zuzuschreiben, erklärten Sonfeld und Steffen, die sich auch sicher zeigten: Die Türme sind jetzt in guten Händen.“ 

In Mellen bekam Falk Gössel als neuer Eigentümer eine Informationstafel mit dem geschichtlichen Hintergrund dieses 1914 erbauten Gebäudes überreicht. Dieses „Turmschild“ weist darauf hin, dass an dieser Stelle bis 2013 die Stromversorgung für Mellen erfolgte. Weil die Technik veraltet war, entschied sich Betreiber RWE dann jedoch dazu, direkt nebenan eine neue Kompaktstation zu errichten, die seitdem Mellen mit Strom versorgt. 

Rund 5000 Euro investiert

Elektrotechnikermeister Falk Gössel investierte rund 5000 Euro in die Neugestaltung der drei Turmetagen, die künftig als Ausstellungsraum für all das dienen sollen, was sein Betrieb an Leistungen anbietet. Installationen wie Jalousien- und Sonnenschutzantriebe, Garagen- und Torantriebssteuerungen sowie Beleuchtungsanlagen gehören dazu, aber auch Alarmtechnik wie Videoüberwachungsanlagen und Rauchmelder, sowie alles rund um Wärme, Kälte, Wasser und Kommunikationstechnik. „Ich habe die letzte Nacht durchgemacht“, setzte er alles daran, bis zur Einweihung fertig zu sein. Dies gelang ihm schließlich rechtzeitig. 

„Willkommen in der Turmfreunde-Gemeinschaft“, so übergab Michael Sonfeld einen Präsentkorb. Bis in die Schweiz stünden die Turmbesitzer miteinander in Kontakt. Dabei sind die Nutzungen vielfältig: Ferienwohnungen sind entstanden, aber auch eine Imkerwohnung, ein Strommuseum, ein Museum für eine Luftlandung im Zweiten Weltkrieg und ein Mausefallen-Museum. „Turmfreunde erhalten diese Landmarken“, sagte Sonfeld. „Diese industrietechnischen Zeugnisse werden auf diese Weise bewahrt.“ 

Heimat für Fledermäuse

In der Grübeck dient die Turmstation als neue Heimat für Fledermäuse. Während der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend Ende Mai wurde das Gebäude von der Jugend der Malteser und des Technischen Hilfswerks (THW) entsprechend umgestaltet. Der von 1920 bis 2015 als Verteilnetz für den Strom nach Eisborn genutzte Turm wurde 2016 aus technischen Gründen abgeschaltet und an das THW Balve übergeben. 

Nistkästen für Fledermäuse wurden an der von Graffiti gesäuberten Außenfassade angebracht, auch Einflugschneisen in Nistkästen unter das Dach sind geschaffen worden. „Es dauert mindestens ein Jahr, bis die Fledermäuse diesen Turm als Quartier annehmen“, berichtete Markus Sprenger, THW-Ortsjugendbeauftragter, warum bislang noch keine „Gäste“ begrüßt werden konnten. Die Turm-Chronik nahm Franz Teipel, Vorsitzender der Helfervereinigung, entgegen, der für diese einen Platz neben dem Eingang aussuchte. 

Noch 80 Turmstationen in Betrieb

Im Innogy-Bezirk Arnsberg seien aktuell noch 80 Turmstationen in Betrieb, erzählte Andreas Steffen auf Anfrage. Nach und nach werden diese durch moderne Stationen ersetzt, so dass auch hier anschließend die Suche nach einer Folgenutzung durch einen neuen Eigentümer, der „ein pfiffiges Konzept vorweisen kann“, erfolge.

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