Alleine geht fast nichts

Dieter Graf von Landsberg Velen begrüßte die Gäste im Esszimmer.

BALVE ▪ Auf dem Optimumgelände in Wocklum bereiteten sich die Reiter auf ihren Start über die Hindernisse vor und im Schloss wurde am Samstagvormittag beim Wirtschaftsgespräch über Erfolgsorientierung, christliche und gesellschaftliche Werte gesprochen.

Das Esszimmer im Schloss Wocklum war mit Gästen aus Politik und Wirtschaft voll besetzt. Hausherr Dieter Graf von Landsberg Velen begrüßte die Anwesenden und freute sich, dass Professorin Dr. phil. Gertrud Höhler und Monsignore Prof. Dr. theol. Peter Schallenberg unter der Moderation von Professor Dr. rer. pol. Jörg H. Ottersbach die Talkrunde bildeten.

Beim Gespräch der drei Protagonisten ging es vor allem um die christlichen Werte in der Gesellschaft und inwieweit sie in der heutigen Zeit überhaupt noch Akzeptanz finden. Eine grundsätzliche These: Der Mensch ist dem Mensch ein Freund. „Doch um diese menschliche Freundschaft, Barmherzigkeit, umsetzten zu können, muss sie kanalisiert, geordnet werden“, so Ottersbach. Sozialstrukturen setzen das Handeln des Individuums voraus, meinte der Moderator, ansonsten sei das Handeln des Einzelnen nicht möglich.

„Jeder möchte das beste für sein Leben herausholen“, zeigte Höhler auf, „doch man kann fast nichts allein.“ Dann ist gefragt, sich in die Gesellschaft einzubringen – auch mit Versprechen anderen gegenüber. „Wer kein Versprechen gibt, ist nicht erpressbar“, sagte die Politikberaterin aus Berlin. Wer in der heutigen Wirtschaftswelt ein Versprechen gibt, der übernimmt auch die Verantwortung dafür.

Doch es zeigt sich immer wieder, dass Verantwortung verlernt wird. „Wenn die Gier größer ist als die Verantwortung, dann gibt es immer viele Verlierer.“ Dann spielte Höhler auch auf die Globalisierung an. Sie zeigte auf, dass in kleinen Gruppen die Kontrollen und das ordentliche Verhalten überschaubar ist. Je größer allerdings die Gruppen werden desto unübersichtlicher wird es und die Wahrscheinlichkeit, bei nicht eingehaltenen Versprechen, erwischt zu werden ist geringer. Sie machte auch deutlich, „dass die Würde des Menschen immer im Mittelpunkt stehen muss. Dieses Gut steht ganz oben – auch im Wettbewerb“.

Schallenberg zeigte auf, dass der Mensch im technischen Bereich immer tüchtiger gemacht wird, das moralische Verhalten in heutigen Wirtschaftsprozessen dagegen nur sehr wenig Platz hat. Der Geistliche machte aber auch auf Chancengerechtigkeit aufmerksam. „Wenn wir alle das Gleiche könnten, wäre es langweilig.“ Er sieht individuelle Fähigkeiten als Alleinstellungsmerkmale, die man erkennen und einsetzen sollte.

Das Wirtschaftsgespräch, das unter der Schirmherrschaft der Echterhage Holding stand, endete ohne Diskussion mit den Gästen, die den Ausführungen der Talkrunde größtes Interesse entgegenbrachten.

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