Auf Akzeptanz der Bürgern angewiesen

Hundetrainer Christoph Clemens mit einem seiner Hunde. Beim Mantrailing lernen die Vierbeiner Menschen mittels ihres individuellen Geruchs zu suchen.

BALVE ▪ Menschen kauern hinter Hausecken und -eingängen, verstecken sich hinter Mauervorsprüngen, Kleidungsstücke liegen verstreut auf den Straßen – alles völlig normal, bestätigt Christoph Clemens. Der Hundetrainer betreibt seit Mitte vergangenen Jahres ein so genanntes Mantrailing; seit etwa einem halben Jahr trainiert er mit Vier- und Zweibeinern in Balve und den Ortsteilen Personen zu suchen.

Christoph Clemens richtet sich an die Öffentlichkeit, um über seine Arbeit aufzuklären. Der Hundetrainer weiß, dass es für den ein oder anderen befremdlich wirken kann, wenn fremde Personen in Wohnstraßen „einfach so rumstehen“. Doch das gehört zum Trainingsprogramm. Mantrailing (englisch: man „Mensch“ und trail „verfolgen“) wird eine Personensuche unter Einsatz von Gebrauchshunden genannt, die dabei ihren hervorragenden Geruchssinn einsetzen. Die Hunde orientieren sich an den Geruchsmerkmalen, die die zu suchende Person auf ihrem Weg hinterlassen hat.

„Jeder hinterlässt einen individuellen Geruch“, erklärt Clemens, der momentan ausschließlich mit Therapiehunden des Tierschutzes trainiert. Deshalb bittet der Hundetrainer, Kleidungsstücke, die am Straßenrand liegen, nicht zu berühren oder gar mitzunehmen. „Die Gegenstände werden dadurch kontaminiert“, beschreibt Clemens. Der Trainingslauf muss dann in vielen Fällen abgebrochen werden. „Es muss sich niemand Sorgen machen, dass wir die Sachen einfach liegen lassen“, betont Clemens. Auch für den Fall der Fälle sind der Hundetrainer und die Herrchen vorbereitet: „Jeder von uns hat einen Kotbeutel dabei. Wir wollen die Straßen sauber hinterlassen, denn wir sind auf die Akzeptanz der Bevölkerung angewiesen.“

Sowohl Hund wie Mensch müssen für das Mantrailing geeignet sein. Zwar steht bei Clemens in erster Linie die Auslastung des Hundes im Vordergrund – „Sucharbeit ist Schwerstarbeit“ – doch wer entsprechende Eignungen mitbringt, kann durchaus nach etwa drei Jahren zu einem echten Rettungshund werden. Trainiert wird einmal in der Woche. Clemens „Schützlinge“ können mittlerweile Menschen auf eine Distanz von 300 bis 350 Metern „erschnuppern“. „Ein Rettungshund schafft das über mehrere Kilometer und außerdem auch noch Tage später.“. ▪ sr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare