Rollentausch für einen Arbeitstag

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Swantje Hammecke, Vanessa Scheutzel und Amelie Brockmann waren bei Rickmeier in der Werkstatt.

Balve - Mädchen machen sich beim Reifenwechsel die Hände dreckig und Jungs sind in den Grundschulen und Kindergärten plötzlich die „Großen“ – der Girls’- und Boys’ Day am Donnerstag war für die 90 Achtklässler der Haupt- und Realschule ein Schnuppertag, bei dem die Jugendlichen einen Rollentausch vornahmen. In 39 Betrieben verbrachten sie einen ganzen Arbeitstag, der für manche schon um 5 Uhr anfing. Unsere Zeitung hat stellvertretend vier Betriebe besucht.

In den Bäckereien waren die Schüler mittendrin, als die Brötchen und Brote gebacken und leckere Teilchen hergestellt wurden. Andere halfen in den Verkaufsräumen mit, wie Tim Anker und Luis Gerrietzen in der Bäckerei Tillmann. „Da steckt viel mehr Arbeit drin als erwartet“, staunten die beiden, die mit eingebunden waren beim Verkaufen, Servieren, Tische abräumen und Geschirr spülen. Auf Sandra Beckmann machten die Schüler einen sehr guten Eindruck: „Sie sehen die Arbeit und sind sehr engagiert.“

Luis Gerritzen (links) und Tim Anker erlebten den Boys’ Day mit Sandra Beckmann von der Bäckerei Tillmann.

Ihre Grundschule in Beckum wurde nach Jahren wieder von Kevin Slogsnat, Finn Roland und Nico Jagiella besucht. „Es hat sich viel verändert“, zogen sie Vergleiche mit ihrer eigenen Schulzeit. „Jeder Schüler hat ein eigenes Postfach, und der Unterricht ist viel moderner geworden.“ Finn fiel auf, dass heute mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen, eine Stunde zu gestalten: „Wir haben uns damals als Indianer verkleidet, heute wird ein Indianer-Tagebuch von den Schülern frei gestaltet.“

Eine andere Welt erschloss sich Vivien Ademi und Gabriella Ferber bei Opel Bichmann – beide halfen bei Inspektionen und Reifenwechseln mit. „Mechatronikerin wäre bei der Berufswahl eine Überlegung wert“, meinten sie.

Bei Rickmeier ließen sich Swantje Hammecke, Vanessa Scheutzel und Amelie Brockmann nicht stören. In der Lehrwerkstatt stellten sie Laternen aus Plexiglas und Aluminium her. Die Teile dafür mussten gemessen, gesägt und gebohrt werden. „Interessant und sehr abwechslungsreich“, meinten sie. Dieser Girls’- und Boys’ Day war der erste, den Elisabeth Kraus in ihrer Funktion als Gleichstellungsbeauftragte für die Stadt durchführte. 46 Betriebe hatten ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt, für 39 entschieden sich die Schüler. „Insgesamt können wir uns glücklich schätzen über jeden Betrieb, der mitmacht“, lobte Thomas Münch, stellvertretender Schulleiter der Realschule. Und für Ulrika Scholder, Schulleiterin der Hauptschule, war dieser Tag eine gute Gelegenheit zur Kontaktaufnahme für Bewerber und Betriebe.

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