Urteil gegen 35-jährigen Polen

Acht Jahre Freiheitsstrafe nach brutalem Raubüberfall

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Die 2. Große Strafkammer im Landgericht Arnsberg verurteilte den Angeklagten zu einer langen Freiheitsstrafe.

Balve - Der 35-jährige Pole, der zusammen mit einem Komplizen im Februar 2016 ein älteres Ehepaar in dessen Haus in Balve brutal überfallen und ausgeraubt hatte, wurde jetzt zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt.

Die 2. Große Strafkammer im Landgericht Arnsberg verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen besonders schweren Raubes, gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung in jeweils zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren. Dazu muss der Täter eine DNA-Probe abgeben, die gespeichert wird. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. 

Zusammen mit einem Begleiter – ein Verdächtiger sitzt derzeit in Polen in Untersuchungshaft – soll er das Ehepaar am 1. Februar 2016 in dessen Wohnhaus zusammengeschlagen, gefesselt und geknebelt haben. Die Täter erbeuteten bei dem Raubüberfall etwa 2000 Euro Bargeld, zwei Mobiltelefone und ein Fernglas. 

Der zum Tatzeitpunkt 55-jährige Ehemann war bei der Attacke schwer verletzt worden. Er erlitt unter anderem einen Nasenbein- und Rippenbruch. Zudem leide er bis heute unter den psychischen Folgen der Tat, hatte er am ersten Verhandlungstag als Zeuge ausgesagt. Der Verurteilte, der auch eine Schusswaffe bei sich getragen haben soll, hatte dem 55-Jährigen, der nach einem Klingeln die Haustür geöffnet hatte, schnell einen Kopfstoß versetzt und den Eheleuten Reizgas ins Gesicht gesprüht. 

Auch zweiten Überfall gestanden 

Am zweiten Prozesstag gestand der 35-Jährige auch seine Beteiligung an einem Wohnungsüberfall in Essen, den er mit einem Komplizen nur wenige Tage nach der ersten Tat verübte. Dabei soll der Wohnungsinhaber unter anderem mit einem Totschläger angegriffen worden sein. Der Essener wurde lebensgefährlich verletzt, erlitt Gehirnblutungen, Rippenbrüche und eine Verletzung am rechten Auge. 

Wegen der Schwere der Taten hatte die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft gefordert, die Verteidigung sah sieben Jahre und sechs Monate als ausreichend an, beantragte zudem die Unterbringung ihres Mandanten in einer Entziehungsanstalt. Denn der Pole konsumiert seit vielen Jahren Betäubungsmittel, stand auch bei den Taten in Balve und Essen unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol. 

Unterbringung in Entziehungsanstalt

Weil ein Gutachter dem Polen eine hangbedingte Sucht attestierte, folgte die 2. Große Strafkammer dem Antrag der Verteidigung. „Vor Beginn der Therapie, die insgesamt zweieinhalb Jahre dauern soll, verhängte das Gericht den sogenannten Vorwegvollzug. Der Täter wird zunächst ein Jahr und sechs Monate in Haft sitzen“, sagte Daniel Langesberg, Richter am Landgericht Arnsberg, auf Anfrage unserer Zeitung.

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