Hexenkommissar verjagt

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Hexenkommissar Caspar Reinhartz (links) hatte letztlich keine Chance. Die Teilnehmer der Ferienspiele entschieden sich dafür, den windigen Gesellen aus ihrem Dorf zu verjagen. 

Die Balver Bürger trauen dem Hexenkommissar Caspar Reinhartz nicht mehr. Sie verjagten ihn am Freitag aus ihrer Stadt, nachdem er eine aus ihren Reihen, die Frau des Bronzegießers Bleiglanz, wegen des Verdachts der Hexerei gefangen nehmen ließ. „Ich komme wieder“, drohte er, als sich die große Mehrheit gegen ihn wandte.

Doch das werden die Einwohner zu verhindern wissen, denn schnell sperrten die Wachen das Tor ab, und behielten den Hexenmeister im Auge, als er sich auf den Weg machte. So hatte auch dieses Historische Spiel ein glückliches Ende gefunden, das vor der Luisenhütte mit 40 Kindern und fast ebenso vielen Helfern in dieser Ferienwoche ablief. „Wir haben auch diesmal wieder viel erreicht“, fasste Bernadette Lange, Museumspädagogin und verantwortliche Leiterin dieser Aktionstage, die vier Tage zusammen. 

„Die Kinder haben nicht nur Handwerkstechniken kennengelernt, sondern auch, welche Position man einnehmen kann, wenn es gilt, Entscheidungen zu treffen.“ Sie spielte damit auf die Ratsversammlung am Donnerstag an, als die angeklagte Frau vor Gericht stand. Viel wurde darüber diskutiert, doch konnten und wollten sich nicht alle für Pro oder Contra entscheiden; auch, wenn sich die Mehrheit mit „unschuldig“ durchsetzte, so gab es auch Teilnehmer, die neutral mit ihrer Meinung blieben. Aber alle waren letztlich dafür, dass Hexenkommissar Reinhartz ihre Stadt verlassen musste – dabei hatten die Spielleiter aber auch alle Register gezogen: schwarz gekleidet, mit gerader Körperhaltung und immer grimmigem Blick hatte dieser nicht viele Sympathien gewinnen können. „Und die waren auch noch mit Geld erkauft“, erzählte Bernadette Lange. Wie auch immer, diese Geschichte aus dem 

Jahr 1628 ging auch diesmal für manche wieder viel zu schnell vorbei. Wie in den vergangenen neun Jahren wurde zum Schluss ein Markt veranstaltete, auf dem die selbst gemalten Bilder, hergestellten Ledertaschen und vor allem die geschmiedeten Messer ihre Käufer fanden. Dafür legten die Mädchen und Jungen ihren in vier Tagen „verdienten“ Lohn auf den Tisch, der ihnen in „Silbermünzen“ ausgezahlt worden war. Abbau bis in die Abendstunden Dann leerte sich nach und nach die Wiese von Kindern und Eltern, so dass die Stunden der Helfer schlugen. Bis zum Abend wurden Pavillons, Schmiede, Tische und Bänke sowie die Feuerstellen abgebaut, schließlich das ganze Gelände besenrein verlassen. Danach hatten sich auch die Erwachsenen ihre letzten Ferientage verdient.

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