Abschied von einem Urgestein

Ehemalige Schülerinnen von Engelbert Falke nahmen ebenfalls an der Verabschiedung des Schulleiters teil.

LANGENHOLTHAUSEN ▪ „Das war für jeden sonnenklar: Dafür ist doch Herr Falke da!“, so wurde Engelbert Falke am Dienstag in einem Lied beschrieben. Der 65-Jährige bekam an seinem letzten Arbeitstag als Schulleiter der Grundschule Langenholthausen viel Anerkennung. Die Resonanz war so groß, dass zusätzliche Stühle in die Aula getragen werden mussten.

Gudrun Fabry wird bis zu den Sommerferien die Schulleitung kommissarisch übernehmen: „Du hast riesige Fußstapfen hinterlassen, in die ich jetzt ganz vorsichtig hineintrete,“ betonte sie. Grundschule und Engelbert Falke – das war eine Einheit. Für viele Mädchen und Jungen sei damit die Grundlage für ihr Leben gelegt worden, und: „Vieles, was wir noch gar nicht erahnen, hast du im Stillen erledigt,“ stellte Fabry fest.

Fotogalerie zum Abschied von Engelberg Falke:

Verabschiedung von Rektor Engelbert Falke

Gerne hätte Engelbert Falke, sonst ein Mann der lauten und direkten Worte, diesen Abschied ohne Aufhebens vollzogen, doch dazu hat er Langenholthausen zu sehr geprägt. Nach seiner Lehramtsausbildung in der Hauptschule Arnsberg-Mühlenberg war er in der damals noch Katholischen Grundschule Langenholthausen zwölf Jahre Lehrer. Eine kurze Zeit der Abwesenheit folgte, denn vom Sommer 1985 bis Sommer 1989 war er Leiter der Grundschule Arnsberg-Niedereimer. Im August 1989 wurde er Leiter der Grundschule Langenholthausen. „Mit ihnen geht der letzte seiner Art in den Ruhestand, für den die Schule sein Lebensbestandteil war“, brachte es Bürgermeister Hubertus Mühling auf den Punkt: „Sie gehen als letzter Schulleiter der eigenständigen Grundschule Langenholthausen.“ Letztlich könne er aber einen zufriedenen Blick in den Rückspiegel werfen, denn er hätte den Kindern viel Gutes mit auf den Weg gegeben.

Offiziell wurde der Abschied mit der Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand, die Schulamtsdirektorin Annette Heinz überreichte. Auch ihr ist Engelbert Falke in bester Erinnerung, und zwar als Schulleiter, der seinen Schülern ein eigenes Profil gegeben habe, was diese durch gute Ergebnisse bei den Vergleichsarbeiten unter Beweis gestellt hätten. „Auch waren sie die erste Schule in Balve, die dem gemeinsamen Unterricht eine Heimat gegeben hatte.“

Viele Menschen waren gekommen, um sich zu verabschieden. Ehemalige Schülerinnen, die seit Jahren weiterbildende Schulen besuchen, sagten ihm ebenso Danke wie Pfarrer Andreas Schulte und Gemeindereferentin Elke Luig: „Sie waren ein berufener Lehrer und Rektor; für sie war alles niemals nur ein Job.“ Ortsvorsteherin Barbara Wachauf äußerte die Bitte, dass Falke weiterhin dem Ort erhalten bleibe, und zu Falkes Kollegen sagte sie: „Bringen sie sich ein, damit Schule und Dorf lebendig bleiben.“

Überraschungsgast war Kathrin Heinrichs, gebürtige Langenholthausenerin und einstige Schülerin der Schule. Sie beschrieb den scheidenden Schulleiter als „Urgestein und Original in bestem Sinne.“ Während der Abschiedsfeier saß der Geehrte mitten im Publikum und konnte seine Rührung kaum verbergen. Das letzte Wort hatte er: „Mit diesen Kollegen kann man Bäume ausreißen.“ Es fiel ihm schwer, loszulassen: „Ich war gerne an dieser Schule. ▪ jk

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