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ABC-Alarm im MK: Salzsäure läuft aus Tanklaster - Warnung für Anwohner

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Von: Carla Witt, Günter Cordes

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Säureschwaden In der Helle
Die Sicht ist am Einsatzort auf dem Gelände der Firma Stockmeier ist stark beeinträchtigt. © Cordes

Großer ABC-Alarm im MK: Auf dem Gelände der Firma Stockmeier In der Helle in Balve ist aus einem Tanklaster Salzsäure ausgelaufen.

Balve (NRW) - Die Bevölkerung wurde am Sonntag per Warn-App Nina gewarnt: Wer im betroffenen Bereich wohnt, sollte Fenster und Türen schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten. Die Bundesstraße B 229 war mehrere Stunden zwischen Balve Sanssouci und der Stadtmitte komplett gesperrt.

Größte Vorsicht geboten

Nach dem Sirenenalarm gegen 11 Uhr rückten sämtliche Balver Wehren sofort aus. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass aus der 3700 Liter fassenden Kammer des Fahrzeugs Salzsäure austrat. Rund um den Tanklaster hatten sich Säuredämpfe gebildet, die stark gesundheitsgefährdend sind und zudem die Sicht der Helfer beeinträchtigten. Sofort war klar: Die Einsatzkräfte mussten mit größter Vorsicht vorgehen. Schutzanzüge und Atemschutzmasken kamen zum Einsatz.

208 Einsatzkräfte vor Ort

Zahlreiche Wehren aus dem Kreisgebiet kamen zur Verstärkung nach Balve. Unter anderem der Dekontaminierungszug aus Lendringsen, die Drohneneinheit und der Messzug aus Nachrodt-Wiblingwerde sowie weitere Einsatzkräfte aus Neuenrade, Plettenberg, Menden, Hemer und Iserlohn. Kreisbrandmeister Michael Kling und seine beiden Stellvertreter waren ebenso vor Ort, wie der Malteser Hilfsdienst und ein Notarzt – der zum Glück aber nicht tätig werden musste. Insgesamt waren 208 Einsatzkräfte in Balve aktiv.

Übergangswohnheim evakuiertt

Das benachbarte Übergangswohnheim In der Helle musste evakuiert werden, da sich das Gebäude im unmittelbaren Gefahrenreich befand. Die dort wohnenden Menschen wurden vorübergehend in einem Bus betreut, der eigens für diesen Zweck angefordert worden war.

Die Feuerwehr machte sich daran, die Salzsäure aus dem Laster in Spezialbehälter umzupumpen. Den Bereich, in dem die Säure ausgelaufen war, reinigten die Helfer gründlich mit Wasser, das anschließend in einem Auffangbecken gesammelt wurde. Diese kontaminierte Flüssigkeit wurde anschließend von einer Spezialfirma aufgesaugt und zur Entsorgung gefahren.

Einsatz über mehrere Stunden

Der ABC-Großeinsatz erstreckte sich über mehrere Stunden. Nachdem die Bevölkerung um 11.36 Uhr durch die Warn-App Nina informiert worden war, erfolgte die Entwarnung erst um 13.48 Uhr. Dennoch konnten die Helfer rückblickend von einem glimpflichen Ausgang sprechen: Niemand wurde verletzt – und die Befürchtung, die Salzsäure könnte in die Hönne neben dem Firmengelände fließen, bewahrheitete sich nicht. Zudem teilte die Leitstelle mit, dass auch ein Behälter mit Schwefelsäure, der neben dem Lastwagen stand, intakt geblieben sei.

Zu einem Dachstuhlbrand wurde in der Nacht zu Sonntag die Feuerwehr nach Kierspe-Rönsahl gerufen.

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