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Politik will sparen: 800.000 Euro für Grundschul-Ausbau zu teuer

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Von: Julius Kolossa

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Kann in diesem Bereich ein ebenerdiger Anbau an das Grundschulgebäude in Beckum realisiert werden, um in diesem die OGS unterzubringen? Dies zu klären, ist nun Aufgabe der Verwaltung.
Kann in diesem Bereich ein ebenerdiger Anbau an das Grundschulgebäude in Beckum realisiert werden, um in diesem die OGS unterzubringen? Dies zu klären, ist nun Aufgabe der Verwaltung. © Kolossa, Julius

Die Ratsmitglieder hätten es gerne günstiger: Die von der Stadtverwaltung veranschlagte Summe von rund 800 000 Euro für den Ausbau der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) an der Beckumer Grundschule ist ihnen zu hoch.

Balve - Dieser Betrag sei dadurch begründet, dass die Statik der Grundschule die ursprünglich vorgesehenen Planungen mit dem Einbau eines Fahrstuhls im ehemaligen PC-Raum direkt neben dem Haupteingang unmöglich mache. Das erläuterte Sven Rothauge, zuständiger Sachbearbeiter der Verwaltung, den Ratsmitgliedern am Mittwochabend, als die letzte Sitzung des Stadtrates vor der Sommerpause in der Aula der Realschule stattfand.

Nach den neuen Erkenntnissen, so Sven Rothauge weiter, sei nur noch eine Verlegung des Fahrstuhls nach außen möglich. Entsprechend werde das Dachgeschoss des Schulgebäudes, in dem etwa 130 Quadratmeter für die Betreuung der OGS-Kinder ausgebaut werden sollen, angepasst werden müssen. Hier machte Alexander Schulte (CDU) den Vorschlag, dass sich die Verwaltung mit einem Anlieger austausche, ob mit diesem eine Verständigung für einen ebenerdigen Anbau möglich sei. Dieses als Antrag formuliertes Anliegen gingen die übrigen Ratsmitglieder einstimmig mit.

„Die Situation ist nicht dramatischer als vorher“, sagte Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) dazu. Seit etwa vier Jahren werden die Mädchen und Jungen im Integrationszentrum betreut, und so soll es vorerst auch bleiben. Denn Ergebnisse der neuen Planungen sollen erst im September im Rat vorgestellt werden, sodass ein Baubeginn eventuell frühestens ab den Osterferien 2023 möglich sei.

Einigkeit herrschte unter den Ratsmitgliedern auch in dem Punkt, dass im Bereich „Am Kampe“ in Beckum gebaut werden darf. Das Votum fiel einstimmig aus. Entsprechend kann der Investor jetzt einen Bauantrag für die von ihm beanspruchte Fläche stellen, auf der elf Einfamilienhäuser realisiert werden sollen.

Auch um die Stadtfinanzen ging es in der letzten Sitzung vor der Sommerpause. Dass das Haushaltsjahr 2020 „nur“ mit einem Überschuss von 50 768,64 Euro abgeschlossen wurde – und damit um etwa 700 000 Euro geringer als ursprünglich kalkuliert –, darüber informierte der Rat Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus. „Wir haben die Corona-Finanzschäden bereits für 2020 mit eingerechnet, und nicht isoliert ab dem Jahr 2025“, erläuterte Karthaus. Ab dann wären diese Finanzschäden innerhalb von 50 Jahren abzuzahlen gewesen. Karthaus: „Wir konnten es uns aufgrund der damaligen Entwicklung des Haushalts erlauben, die Aufwendungen jetzt schon darzulegen. Die Corona-Finanzschäden können wir damit abhaken.“

Diesem Jahresabschluss stimmten die Ratsmitglieder zu. Bürgermeister Hubertus Mühling sagte zufrieden: „Damit hinterlassen wir nachfolgenden Generationen nicht die Lasten der Pandemie.“

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