Quartier für Fledermäuse

72-Stunden-Aktion in Balve: „Ja, wir haben es geschafft!“

+
Nistkästen für Fledermäuse bauten die Jugendlichen gemeinsam und befestigten sie anschließend an der ehemaligen Trafostation.

Grübeck - „Ja, wir schaffen das!“, antworteten 30 junge Baumeister lautstark auf die Frage von Tobias Weber, ob es möglich wäre, die ehemalige Trafostation in der Grübeck binnen 72 Stunden in ein Quartier für Fledermäuse umzugestalten.

Am Sonntagnachmittag stand das Ergebnis fest: „Ja, wir haben es geschafft!“ 

In leuchtendem Weiß erstrahlt seitdem der Turm, an dem innen und außen Nistkästen für Fledermäuse angebracht würden. Für dieses Projekt, mit dem die Jugend des Technischen Hilfswerks (THW) Balve und des Malteserhilfsdienstes (MHD) aus der Hönnestadt erstmals gemeinsam an der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) teilnahmen, gab es viel Lob. 

Fast die komplette Zeit gearbeitet

Matthias Eßmann, Projektkoordinator des BDKJ, schaute sich die Arbeiten selbst an und war beeindruckt: „Fast hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ein solches Projekt innerhalb von 72 Stunden durchgeführt werden kann.“ Doch weil die Balver fast die gesamte ihnen zur Verfügung stehende Zeit auch durchgearbeitet haben, konnten sie kurz vor Ablauf der Frist Vollzug melden. – Entsprechend stolz waren Jasmin Budde, Jugendbetreuerin des MHD, und Tobias Weber vom THW auf ihre Teilnehmer. 

72-Stunden-Aktion der THW und Malteser Jugend

Die letzte Schraube wurde am Sonntagnachmittag von Franke Spenner und Jasmin Budde unter lautem Jubel aller Aktiven in luftiger Höhe in der ehemaligen Trafostation versenkt. „Das war die größte und arbeitsintensivste Aktion im Märkischen Kreis“, stellte der BDKJ-Koordinator fest. Die anderen Projekte hätten nicht diese Ausmaße erreicht. 

Spannende Tage

Es waren spannende Tage und Nächte seit Donnerstagnachmittag für die Kinder und Jugendlichen, die in Zelten in der THW-Unterkunft an der Glärbach übernachteten. Alina (11), Vica (10), Ben (9) und Elias (11) haben diese Zeit dennoch sehr genossen, in der sie ihre Anteile beim Basteln der Fledermaus-Nistkästen und beim Anbringen am Turm leisteten. Dass sie deswegen am Freitag sogar schulfrei hatten, war für das Quartett ein weiterer positiver Nebeneffekt. „Das war super“, gaben die vier jungen Teilnehmer dem Turmprojekt die beste Schulnote. Belohnt werden alle Helfer mit der Teilnahme an der Abschlussparty des BDKJ im Sauerland-Park in Hemer am 14. Juni. 

Die ehemalige Trafostation in der Grübeck wurde um 1910 gebaut und bis 2017 von der RWE zur Stromerzeugung für Eisborn, Grübeck und Volkringhausen genutzt, anschließend durch einen Neubau nur wenige Meter entfernt ersetzt. Das alte Gebäude bekam der THW-Ortsverein zur weiteren Nutzung überlassen. 

Einbau einer Einflugöffnung

Seitdem wurde überlegt, wie die 21 Quadratmeter Grundfläche, die sich bis 7,60 Meter unter die Dachkante erstrecken, gestaltet werden könnten. Die 72-Stunden-Aktion passte dabei sehr gut ins Konzept. Zu den Arbeiten gehörte auch der Einbau einer Einflugöffnung für Fledermäuse, die in der ehemaligen Trafostation künftig Quartier beziehen sollen. „Wir wissen, dass diese Gegend von Fledermäusen bevorzugt wird“, begründete Tobias Weber die Entscheidung für dieses Projektziel. Auch das vor einem Jahr vor der Trafostation aufgebaute Insektenhotel würde dazu beitragen. Damit aber noch nicht genug. So soll in den nächsten Wochen eine Blumenwiese um die kleine Immobilie angelegt werden, die als Nahrungsquelle für Insekten dienen soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare