64-Jähriger gesteht Mord in Langenholthausen

Ein telefonisches Mord-Geständnis mussten die für Balve-Langenholthausen zuständigen Beamten Dienstag aufnehmen.

[UPDATE 18.23 Uhr] LANGENHOLTHAUSEN ▪ Ein Anrufer meldete der Polizei am Dienstagmorgen um 7.45 Uhr einen mutmaßlichen Mord. Er habe in Langenholthausen soeben seine Bekannte getötet.

Die Balver Polizeibeamten waren derweil bei einer Schießübung in Lüdenscheid. Bei Eintreffen der Kollegen aus Menden, die stattdessen ausrückten, ließ sich der Beschuldigte widerstandslos festnehmen. Die Beamten führte er in die Wohnung des Mehrfamilienhauses und zeigte ihnen dort die 69-jährige leblose Wohnungsinhaberin. Die Frau war, erklärte die Arnsberger Staatsanwältin Sandra Müller-Seinhauser gegenüber dem SV, „erwürgt und erstickt“ worden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Opfers feststellen.

Der Tatort befindet sich nach Informationen unserer Zeitung am Mittelweg in Langenholthausen, direkt neben der Grundschule. Das Opfer sei erst vor vier Jahren dorthin gezogen. In der Nachbarschaft sei sie aber nach wie vor recht unbekannt gewesen. Der mutmaßliche Täter dagegen sei zuletzt ohne festen Wohnsitz gewesen. Er sei arbeitslos – womöglich Hartz-IV-Empfänger – und habe sich öfter mit dem jetzigen Opfer gestritten.

Die Mordkommission Hagen verhörte den 64-Jährigen am Nachmittag. Der Mann, der, so die Staatsanwältin, häufiger bei der 69-Jährigen „aufhältig war“, zeigte sich geständig. Er erklärte, es sei unklar gewesen, ob er bei seiner Bekannten künftig noch werde wohnen können. Aus Sorge, kein Dach mehr über dem Kopf zu haben, entschloss er sich nach eigener Aussage „spontan“ zur Tat.

Staatsanwältin Müller-Steinhauer teilte weiter mit, es sei daraufhin ein Haftbefehl erlassen worden. Der Tatvorwurf lautet „Mord“. Der Tatverdächtige wurde in U-Haft überstellt. Den Aufenthaltsort des Mannes teilte die Staatsanwältin unserer Zeitung nicht mit. - kol

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