Wiederaufforstung läuft

43.000 Festmeter Käferholz in Balve gefällt

Der Fichtenwald wurde abgeholzt, der Borkenkäfer hatte die Bäume befallen. Die Fläche wurde bereits wiederaufgeforstet, es wachsen nun Buchen gen Himmel.
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Der Fichtenwald wurde abgeholzt, der Borkenkäfer hatte die Bäume befallen. Die Fläche wurde bereits wiederaufgeforstet, es wachsen nun Buchen gen Himmel.

Der Wald lädt in dieser Woche nicht zum Spazierengehen ein – der Regen weicht die Wege auf und lässt sie matschig werden. „Gut so“, findet Revierförster Richard Nikodem. „Dann haben wir mehr Ruhe beim Arbeiten.“

Denn auch bei schlechtem Wetter finden Waldarbeiten statt. Im gesamten Stadtgebiet geht es dem „Käferholz“ an den Kragen. 43.000 Festmeter an Fichte, die von Borkenkäfern befallen sind, wurden bereits gefällt. „Schwerpunkt ist die Ruthmecke in Volkringhausen“, sagt Nikodem. Hier wurden 15 000 Festmeter und damit fast der gesamte Bestand gefällt.

„Wir hatten anfangs noch Hoffnung, Bäume retten zu können – doch wir haben das Rennen mit dem Käfer gegen die Zeit verloren.“ Daher musste auch im Naturschutzgebiet zu Baumfällungen im großen Umfang als Maßnahme gegen die weitere Ausbreitung des Käfers gegriffen werden. „Eine brutale Maßnahme“, bringt es der Förster angesichts der vielen kahlen Flächen auf den Punkt. „Aber wir haben keine andere Wahl.“

Ehemalige Fichtenfläche wird zu einem Mischwald

Inzwischen läuft bereits die Wiederaufforstung. In der Nähe der „Balver Spitze“, einem beliebten Ausflugsziel im Hönnetal zwischen Brockhausen und Volkringhausen mit einer grandiosen Aussicht über die Region, wird eine drei Hektar große ehemalige Fichtenfläche zum neuen Mischwald umgestaltet. Jeden Tag werden 500 Löcher in den Waldboden gebohrt, in die Eiche, Douglasie, Lärche, Küstentanne, Edeltanne und Kiefer gesetzt werden. „Der Waldbesitzer ist überzeugt davon, mit dieser Anpflanzung in die Zukunft zu investieren“, erzählt Nikodem.

Löcher für Setzlinge werden gebohrt.

An anderer Stelle oberhalb der Ruthmecke breiten sich auf einem Hektar inzwischen die Buchen aus, die vor etwa drei Jahren unter die Fichten gepflanzt wurden. Nachdem diese gefällt wurden, haben die Buchen jetzt viel Platz und Licht, den Wald neu zu gestalten. „Aber es ist im vergangenen Jahr leider viel zu trocken gewesen, so dass nicht alle Setzlinge angegangen sind“, erklärt der Förster. Er ist für die Forstbetriebsgemeinschaft Balve und deren Waldflächen mit insgesamt 1 350 Hektar zuständig. 750 Hektar davon fielen beim Sturm Kyrill im Jahr 2007, 650 Hektar sind bereits wiederaufgeforstet worden, der Rest bleibt der Natur überlassen. Darüber hinaus werden bisher „unangetastete“ 150 Hektar Wald mit klimatoleranten Bäumen neu aufgeforstet.

Probleme mit Ausflüglern: Förster will Bußgelder verhängen

Bei alldem bleibt nicht aus, dass bei schönem Wetter der Wald für Ausflüge genutzt wird. „Und dies, während wir arbeiten und den Bereich abgesperrt haben“, so Richard Nikodem. Und damit gibt es Probleme. „Es gab einen Beinah-Unfall mit zwei Reiterinnen und einem Harvester. Außerdem überwinden immer wieder Mountainbiker und Wanderer die Wegeabsperrungen, geraten so in die Baustelle.“

Förster Richard Nikodem fordert alle Waldbesucher auf, die Absperrungen nicht zu ignorieren.

Richard Nikodem reicht es jetzt, und deshalb erklärt er, künftig Bußgelder bis zu 100 Euro an jeden verhängen zu wollen, der die Absperrungen ignoriert und in gesperrten Waldabschnitten erwischt wird. „Es geht immerhin um Menschenleben“, betont er. Bußgelder sind laut Landesforstgesetz zulässig, einkassiert werden sie mit einem EC-Lesegerät, das auch von der Polizei bei Verwarnungen oder bei Bußgeldern eingesetzt wird. „Solch ein Gerät fordere ich an“, sieht der Revierförster keinen anderen Weg, als über die Geldbörse an das Gewissen mancher Leute zu appellieren. Fällig werde die Geldstrafe laut Nikodem, wenn Personen auf frischer Tat ertappt werden, oder aber die Aussagen von Waldarbeitern eindeutig sind.

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