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400 Radler demonstrieren für einen Radweg durch das Hönnetal

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Von: Julius Kolossa

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Sicher auf dem Rad durch das Hönnetal: Am Sonntag war dies unter Begleitung der Polizei möglich. Weil zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen jedoch weiterhin ein Radweg fehlt, meiden ansonsten viele Radfahrer diese Strecke.
Sicher auf dem Rad durch das Hönnetal: Am Sonntag war dies unter Begleitung der Polizei möglich. Weil zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen jedoch weiterhin ein Radweg fehlt, meiden ansonsten viele Radfahrer diese Strecke. © Kolossa, Julius

Rund 400 Radler beteiligten sich am Sonntag zum Abschluss der Aktion Stadtradeln an einer Fahrraddemo durch das Hönnetal, um ein Zeichen für einen schnellen Bau des Radwegs entlang der Bundesstraße 515 zwischen Volkringhausen und Menden-Oberrödinghausen zu setzen.

Zu den Teilnehmern gehörte auch Ulrike Schwartpaul. „Man steht sich mit den Autos gegenseitig im Weg“, fasste Schwartpaul als Balver „Stadtradeln-Star“ des Jahres 2022 ihre Erfahrungen der Tour zusammen. Rund 500 Kilometer legte sie während des 21-tägigen Stadtradeln-Aktionszeitraums mit dem Fahrrad zurück. Aber: Fahrten durch das Hönnetal gehörten nicht dazu. „Diese Strecke ist ohne Radweg viel zu gefährlich.“

Aber zumindest an diesem Sonntag war die Fahrt von der Balver Höhle bis zum Mendener Rathaus eine sichere Sache. Denn gemeinsam hatten der Verein Hönnetal-Tourismus, die Stadt Menden und der ADFC Menden zu dieser Fahrradprotesttour aufgerufen, bei der die Teilnehmer von der Polizei eskortiert wurden.

Gemeinschaftlich ein Zeichen setzen

„Viele treten in die Pedale, um gemeinschaftlich ein Zeichen für einen Radweg durch das Hönnetal zu setzen“, sagte Anna Schulte vom Verein Hönnetal-Tourismus. Bereits seit 2007 wird an einem bundesstraßenbegleitenden Radweg auf dem rund fünf Kilometer langen Abschnitt zwischen Volkringhausen und der Kirche in Oberrödinghausen geplant – bislang ohne Erfolg. Drei mögliche Trassenführungen durch diese Engstelle des Hönnetals sind bisher verworfen worden. „Aber es ist möglich“, betonte Balves Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) am Sonntag. Seine Stadt ist federführend bei der Planung des Radwegs.

Mühling erläuterte vor dem Tour-Start den aktuellen Stand: „Es wird eine ingenieurtechnische Planung erarbeitet, wo und wie der Radweg mit möglichst geringen Eingriffen in die Natur gebaut werden darf.“ Noch für diesen Herbst sei eine Abstimmung mit allen beteiligten Behörden geplant, so dass man eine Basis vorliegen habe. „Anschließend geht es an die konkrete Linienführung.“ Wie der neue und dann vierte Entwurf eines Trassenverlaufs aussehen könnte, dazu sagte Mühling nichts.

Wie es um die Radweg-Planungen steht, berichteten Landrat Marco Voge (links) und Bürgermeister Hubertus Mühling (beide CDU).
Wie es um die Radweg-Planungen steht, berichteten Landrat Marco Voge (links) und Bürgermeister Hubertus Mühling (beide CDU). © Kolossa, Julius

ADFC-Sprecher mit klarer Forderung

Den Radfahrern, die sich am Sonntag auf den Weg durch das Hönnetal nach Menden machten, kam es gelegen, dass mit ihnen 35 Ordner und auch Polizisten fuhren. „Alleine mit dem Fahrrad hier unterwegs zu sein, kommt einem Selbstmord gleich“, sagten die Freunde Franz, Hilde, Elke, Iris und Jochen aus Menden. „Wir haben es heute auf der Hinfahrt von Lendringsen nach Balve selbst erlebt: die Autos halten im Hönnetal zu wenig Abstand.“ Günther Reichle, Sprecher der Ortsgruppe Menden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), brachte die Forderung der Teilnehmer prägnant auf den Punkt: „Wir wollen nach so vielen Jahren der vergeblichen Planung endlich Fortschritte sehen.“

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