Radweg durch das Hönnetal

350 Radfahrer demonstrieren für mehr Sicherheit im Hönnetal

„Für Familien viel zu gefährlich“ findet Björn Bender (rechts) derzeit eine Radfahrt durch das Hönnetal. Rund 350 andere Radfahrer, die am Sonntag an der Demonstrationsfahrt teilnahmen, sehen das ähnlich.
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„Für Familien viel zu gefährlich“ findet Björn Bender (rechts) derzeit eine Radfahrt durch das Hönnetal. Rund 350 andere Radfahrer, die am Sonntag an der Demonstrationsfahrt teilnahmen, sehen das ähnlich.

Viel mehr Teilnehmer als erwartet haben sich am Sonntag einer Demonstrationsfahrt von Radfahrern durch einen Teil des Märkischen Kreises angeschlossen. Die große Zahl hat auch politische Entscheidungsträger beeindruckt, die sich ebenfalls anschlossen.

Balve/Menden ‒ „Ich habe diese Demo mit 50 Teilnehmern bei der Polizei angemeldet – diese Zahl wird deutlich überschritten“, stellte Dr. Günther Reichle, Sprecher des ADFC Menden, fest, als er die teilnehmenden Radfahrer begrüßte. Etwa 350 waren es, die sich am Sonntagmorgen vor der Balver Höhle einfanden, um unter Polizeibegleitung durch das Hönnetal mitzufahren.

„Ein tolles Statement“, lobte Landrat Marco Voge, ebenfalls ein Teilnehmer wie Bürgermeister Hubertus Hubertus Mühling und dessen Neuenrader Amtskollege Antonius Wiesemann. Die drei Politiker setzten mit ihrer Fahrt ein Zeichen für das mit dieser Demo verbundene Anliegen: die rasche Umsetzung des Hönnetalradwegs von Volkringhausen bis zur Oberrödinghausener Kirche.

Seit 2007 wird inzwischen geplant, drei Trassenführungen sind bisher verworfen worden. Dazu Dr. Reichle: „Wir vom ADFC wollen den Bau dieses Radwegs befeuern – dass er schwierig und kompliziert ist, das steht fest. Doch wir sehen darin keinen Widerspruch, wenn er in Abstimmung mit den naturschutzrechtlichen Vorgaben gebaut wird. Denn dieser Radweg bedeutet letztlich einen Mehrgewinn für alle Pendler, die dann vom Auto aufs Rad umsteigen können.“

Dem stimmte Landrat Voge zu: „Es geht nicht um ein Ausspielen von Natur und Umweltschutz, sondern vielmehr um ein Abwägen gemeinsam mit dem ADFC, den Städten Neuenrade und Balve und dem Märkischen Kreis.“ Gerne fuhr Marco Voge mit im Tross, der zur Absicherung von der Polizei begleitet wurde. Er gab aber auch offen zu: „Für die Rückfahrt nehme ich allerdings eine Alternativroute – denn mit dem Fahrrad durch das Hönnetal zu fahren, ist gefährlich.“

Bürgermeister Hubertus Mühling sieht in dem Hönnetalradweg ebenfalls ein Zeichen für mehr Sicherheit, aber auch dafür, den Straßenverkehr zu entlasten. Balve sei federführend in den Planungen, die 2022 in einem ingenieurtechnischen Planentwurf vorliegen sollen. Unsere Zeitung fragte bei ihm nach, wann der Baubeginn erfolgen sollte: „Bis 2025 sollte etwas passieren.“ Zunächst einmal aber setzten die Fahrradfahrer ein Zeichen, das von der Höhle ausging.

„Das Hönnetal ist schön“, weiß Björn Bender aus Garbeck. Allerdings ist es für den Familienvater eine Premiere, mit dem Rad auf der Bundesstraße nach Menden zu fahren. „Viel zu gefährlich mit Frau und Kind!“, findet der 38-Jährige. So sieht es auch Georg Wortmann aus Beckum. Etwa sechs Mal hat er bisher Radtouren durchs Hönnetal unternommen, war aber jetzt froh, mit einigen „Beckumer Bikern“ diese Strecke jetzt mit Polizeischutz zu fahren.

Soweit das Sicherheitsgefühl – dagegen zeigt die Unfallstatistik der Polizei ein anderes Bild, wie Peter Reinwald, Leiter der Polizeiwache in Menden, erläuterte: „Im Hönnetal fanden in den vergangenen fünf bis zehn Jahren keine Unfälle mit Fahrradfahrern statt.“ Vielleicht liegt es das auch einfach daran, dass Radfahrer die Bundesstraße durch das enge Tal weitgehend meiden.

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