2620 Totenzettel digitalisiert: Balver können jetzt online suchen

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Dr. Rudolf Tillmann (links) und Rudolf Rath haben die Totenzettel aus dem Balver Pfarrarchiv digitalisiert.

Balve – Bisher schlummerten 2620 Totenzettel in fünf Kartons des Balver Pfarrarchivs. Pfarrarchivpfleger Rudolf Rath hatte diese Zeugnisse des Totengedenkens erfasst und einsortiert.

Jetzt sind diese auch im Internet als Teil einer Datenbank abrufbar, die fast 400 000 Dokumente der vergangenen 200 Jahre umfasst. 

Möglich machte dies der Heimatforscher Dr. Rudolf Tillmann, der den Kontakt herstellte, und ebenfalls 650 Exemplare beisteuerte. Das Ergebnis wurde am Freitag im Pfarrarchiv vorgestellt. Eine erste Recherche auf der Seite www.wgff-tz.de nach Balves Ehrenbürger Theodor Pröpper (1896 bis 1979) brachte dabei zutage, dass an ihn mit Psalm 71 aus dem Alten Testament erinnert wurde. 

Ein Stück Zeitgeschichte

Tillmann und Rath wissen aus ihrer Erfahrung, dass solche Totenzettel, die überwiegend im 19. Jahrhundert nach der Beerdigung als Andenken verteilt wurden, ein Stück Zeitgeschichte darstellen. „Auf ihnen sind Biografien zu lesen, aber auch Hof- und Familiengeschichten“, so Tillmann. 

Während des 19. Jahrhunderts überwog die religiöse Ausstrahlung mit der Anrufung auf Heilige und Schutzpatronen. In den Weltkriegen wurden die Toten mystifiziert, starben sie doch für das Vaterland und wurden in fremder Erde begraben. So war es auf den Totenzetteln zu lesen. Inzwischen aber haben diese an Bedeutung verloren, weiß Rudolf Rath. Er erinnerte sich an solche Fundstücke, die in alten Gesangbüchern beigelegt wurden. Auch solche werden im Archiv abgegeben. 

Solche Erinnerungsstücke, die beim Ausräumen von Keller oder Dach gefunden werden, sind Familien zum Entsorgen zu schade. Im Pfarrarchiv erhalten sie eine neue Heimat als Zeugnisse der Zeitgeschichte. 

2009 auf Totenzettel gestoßen

Auf die Totenzettel stieß Archivpfleger Rudolf Rath im Jahr 2009, als eine Familie eine umfangreiche Sammlung eines Balvers vermacht bekam. Seitdem weiß er um die Bedeutung dieser Kleinode bei der Recherche von Familiengeschichten. Dabei bleibt auch das Kuriose im Gedächtnis, so nach dem Tode von Diakon Josef Hültenschmidt am 25. Dezember 2015, als „Johann von Schiller“ als Autor des auf diese Erinnerung vermerkten Dichterwortes genannt wurde. 

All dies ist jetzt online abrufbar, aber auch nach wie vor im Pfarrarchiv einsehbar. „Wir wollen damit motivieren, in der eigenen Familiengeschichte zu recherchieren“, so Rudolf Rath und Dr. Rudolf Tillmann.

Das Pfarrarchiv, Alte Hospitalgasse 5, ist zu erreichen unter Tel. 0 23 75 / 2 04 98 09 oder per E-Mail an archiv-st.blasius@pv-balve-hoennetal.de. Geöffnet ist montags bis freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr.

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