2500 Trauergäste nehmen Abschied von Dieter Graf Landsberg-Velen

BALVE - Mehr als 2500 Menschen haben am Samstag im Reitstadion des Schlosses Balve-Wocklum in einem zweistündigen, feierlichen Requiem Abschied von Dieter Graf Landsberg-Velen genommen und dem am 15. April im Alter von 86 Jahren verstorbenen „Reiter-Grafen“ das letzte Geleit gegeben.

Von Lars Becker

Der hochdekorierte Sportfunktionär, langjährige Präsident des Malteser Hilfsdienstes und Ehrenbürger der Stadt Balve wurde nach einem Trauerzug auf dem Familienfriedhof bestattet.

Die Anteilnahme aus der internationalen Reitsportszene, aber auch aus Adel, Verwaltung, Wirtschaft und Politik war wie erwartet groß. 90 Minuten vor Beginn der Trauerfeier, die Pfarrer Andreas Schulte (St. Blasius Balve) mit fünf Konzelebranten hielt, war der Sarg bereits im einstigen sportlichen Wohnzimmer Landsberg-Velens aufgebahrt worden. Daneben stand auf einer Staffelei ein großes Porträt, das Landsberg-Velen Pfeife rauchend zeigte –eben typisch. Vor dem Sarg waren die unzähligen Orden und Ehrenabzeichen auf zwei schwarze Kissen geheftet worden, eine Fahne mit dem Familienwappen bedeckte den Sarg. Ganz vorne saßen Landsberg-Gattin und Witwe Monika Gräfin von Westphalen zu Fürstenberg sowie die vier gemeinsamen Töchter mit ihren Männern und Kindern.

An den drei halbstündigen Sargwachen beteiligten sich Vertreter des Malteser-Ordens, der Schützenvereine, aber auch Reitsport-Größen wie Dressurreiterin Ulla Salzgeber, der aktuelle Bundestrainer Springreiten Otto Becker oder auch dessen Vorgänger Herbert Meyer. Mit Trauerflor geschmückte Standarten und Fahnen von Reitsport-Landes- und Kreisverbänden sowie zahlreicher Reitsport- und Schützenvereine sowie der Malteser boten zusammen mit 20 aufgestellten Kränzen bei strahlendem Sonnenschein ein festliches, würdiges Bild der Trauerfeier, bei der auch geschmunzelt werden durfte – beispielsweise, als daran erinnert wurde, wie der Graf in wichtigen Sitzungen schon mal Bleistifte oder sogar seine Pfeife warf, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen lief.

Mit sehr persönlichen Worten wandte sich zunächst Tochter Rosalie in direkter Ansprache an ihren Vater. „Lieber Papi, dein Schreibtisch ist seit Tagen leer. Ich vermisse deinen Pfeifenrauch, der mein Zimmer vernebelt. Noch immer höre ich morgens deinen Lieblingssender WDR4“, entwarf sie ein sehr emotionales Bild des „Ehrenmannes aus dem Sauerland“ (Balves Bürgermeister Hubertus Mühling), des „Pionieres des Ehrenamtes“ (Malteser-Präsident Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin), des „Meisters der sportlichen Diplomatie“ (Hans-Peter Krämer, Präsidiumsmitglied des Deutschen Olympischen Sport-Bundes).

„Deine Fußabdrücke sind groß, sehr groß. Sei bitte nicht so weit weg, du wirst uns fehlen“, sagte Gräfin Rosalie von Landsberg-Velen – und sprach damit der Trauergemeinde aus dem Herzen. Die Predigt von Pfarrer Schulte (wählte die rote Rose als Symbol für das Leben und Wirken des Grafen), die Fürbitten der Töchter Veronika, Theresia sowie der Enkelkinder und einer Mitarbeiterin rundeten das Bild eines Grafen ab, der sein Leben dem Pferdesport und dem Ehrenamt gewidmet hatte. In ihren Ansprachen stellten auch Ingmar de Vos (Generalsekretär des Weltreiterverbandes) und Breido Graf zu Rantzau (Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung) den Charakter des Grafen heraus und nicht etwa die vielen Auszeichnungen.

Die musikalische Gestaltung des Requiems übernahmen die Musikvereine Balve und Beckum, Organist Christian Rose und Sopranistin Andrea Reuter. Bei der Beisetzung sang außerdem der Männerchor Balve 1874 („Ich bete an die Macht der Liebe“), die Musikvereine intonierten „Ich hatt` einen Kameraden“ und die Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Balve spielte auf. Die geladenen Trauergäste kamen danach noch in der Reithalle zusammen. Treffend formulierte Breido Graf zu Rantzau: „Einer der ganz großen Männer des Sports ist von uns gegangen. Ich bin sicher, dass du dabei bist, wenn wir im Juni wieder beim Optimum hier zu Gast sein dürfen.“

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