An der Glärbach

1500 Stunden Vorarbeit für Modernisierung: THW-Halle wieder im Rohbau-Zustand

Entkernt und leer geräumt: Bis die Halle des THW so aussah, mussten die Mitglieder rund 1500 Arbeitsstunden investieren. Das berichtet der Ortsgruppenbeauftragte Holger Mayweg. Bald sollen die Arbeiten für den Neubau beginnen.
+
Entkernt und leer geräumt: Bis die Halle des THW so aussah, mussten die Mitglieder rund 1500 Arbeitsstunden investieren. Das berichtet der Ortsgruppenbeauftragte Holger Mayweg. Bald sollen die Arbeiten für den Neubau beginnen.

In diesem Jahr sollen am Standort des Technischen Hilfswerks in Balve umfangreiche Arbeiten beginnen. Schon jetzt ist die Halle, in der sonst die Fahrzeuge und Material für Rettungseinsätze untergebracht waren, aber kaum wiederzuerkennen.

Balve – „Nichts ist hier mehr so, wie es war“, sagte am Samstag Holger Mayweg, Ortsgruppenbeauftragter des THW Balve. Gemeinsam mit Vertretern aus der Politik und Fachleuten aus der Baubranche hatte er sich an der Straße Glärbach getroffen, wo sich der THW-Standort befindet.

1500 Stunden haben die Mitglieder bisher geleistet, um die alten Räume auszuräumen, Inventar auszusortieren und Materialien an anderer Stelle einzulagern. Inmitten der entkernten Halle erklärte Holger Mayweg: „Hier entsteht eine moderne standardgemäße THW-Unterkunft.“

Die seit 26 Jahren genutzte Unterkunft entsprach nicht mehr den Anforderungen an den Platzbedarf für die neue Technik und die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung, also die räumliche und einrichtungstechnische Trennung zwischen Einsatz- und Sozialbereich.

Die Verantwortlichen hatten daher zusammen mit dem Eigentümer der Immobilie, Stefan Burk, eine Modernisierung geplant (wir berichteten). Das THW sollte möglichst am bisherigen Standort bleiben, weil dieser sehr zentral liegt.

Das THW Balve

Der Balver Ortsverband des Technischen Hilfswerks wurde 1963 gegründet. Seit 1995 befindet sich der Standort im Gewerbegebiet an der Glärbach. Ortsbeauftragter ist Holger Mayweg. Die Aufgaben des THW sind Notversorgung, Notinstandsetzung, Bergung und Rettung. Dafür sind 55 Aktive im Einsatz; die Jugendabteilung zählt 40 Mitglieder. Der letzte große Einsatz war im vergangenen Jahr: Das THW hatte die Rettung eines verunglückten Bergsteigers im Beckumer Steinbruch unterstützt. In diesem Jahr gab es bisher Logistikfahrten für Corona-Einsätze sowie einen überörtlicher Einsatz in Bergkamen. Balve ist einer von fünf Standorten des THW im Märkischen Kreis. Die Einsatzgebiete sind Balve, Menden und Neuenrade.

„Ich möchte mit dem THW in die Zukunft gehen“, sagte Bauherr Stefan Burk, der nun viel Kapital einsetzt, um den Standort in Balve zu erhalten. „Ich investiere einen deutlichen siebenstelligen Eurobetrag“, legte er auf Anfrage den finanziellen Umfang der Baumaßnahme dar.

Das Architektenbüro Stark aus Siegen wurde mit den Detailplanungen beauftragt, die einen zweigeschossigen Bau mit 700 Quadratmetern Nutzfläche für die Fahrzeuge und Umkleideräume sowie einen Werk- und einen Prüfraum im Erdgeschoss vorsehen. Im Obergeschoss befinden sich Büros, eine Küche, ein Unterrichtsraum und ein eigener Jugendraum.

Geheizt werden soll das Gebäude mit einer energieeffizienten Gasmotorwärmepumpe. Bei dieser Technik wird die Umweltwärme in mehreren Schritten in Heizwärme umgewandelt. Die bisherige Nachtspeicher-Elektroheizung hat ausgedient.

„Altlasten haben wir im gesamten Gebäude nicht vorgefunden“, sagte Architekt Leif Marcus Hombach vom Büro Stark. Das Vergabeverfahren für die ausführenden Baugewerke könne daher nun eingeleitet werden. Rund ein Jahr soll die Bauzeit für die Unterkunft betragen. Neben Stahlbeton kommen auch Leichtbauelemente zum Einsatz.

An der Glärbach liegt nicht nur der alte Standort des THW: Dort entsteht auch der Neubau. Grund ist die zentrale Lage, die man nicht aufgeben wollte. Um den Standort zu erhalten, hat Bauherr Stefan Burk viel Kapital einsetzt.

„Für Balve ist es ein gelungenes Konzept, das den THW-Standort in unserer Stadt sichert“, zeigte sich Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) beeindruckt und zufrieden. „Das THW hat dann am selben Standort wieder eine Zukunft.“

So sah es auch Landrat Marco Voge (CDU): „Einsatzszenarien wie Starkregen oder Eisregen, bei denen technische Unterstützung erforderlich ist, nehmen immer mehr zu. Dieser Neubau ist wichtig für den Märkischen Kreis.“

Das THW Balve bleibt auch während der Bauphase einsatzfähig: Von einem Bürocontainer aus, der auf dem Grundstück an der Glärbach aufgestellt wurde, werden die Einsätze geleitet. Eingelagertes Material und Fahrzeuge können bei Bedarf schnell eingesetzt werden. Schulungen und Besprechungen finden in der Sokola.de statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare