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125 Jahre Kalkabbau im Hönnetal: Lhoist-Werk feiert Geburtstag

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Von: Julius Kolossa

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Das 125-jährige Bestehen des Lhoist-Werks im Hönnetal feierte das Unternehmen zunächst mit geladenen Gästen und anschließend bei einem Tag der offenen Tür auch mit vielen Besuchern, die Einblicke in die Arbeitsabläufe bekamen.
Das 125-jährige Bestehen des Lhoist-Werks im Hönnetal feierte das Unternehmen zunächst mit geladenen Gästen und anschließend bei einem Tag der offenen Tür auch mit vielen Besuchern, die Einblicke in die Arbeitsabläufe bekamen. © Kolossa, Julius

Seit 125 Jahren wird Kalkstein im Hönnetal abgebaut und in Oberrödinghausen verarbeitet. Waren es zunächst die Rheinisch Westfälischen Kalkwerke (RWK) als Betreiber, so findet dies seit 1993 unter der Führung der Unternehmensgruppe Lhoist statt.

Und Lhoist hatte für Samstag eingeladen, die 125-jährige Geschichte am Standort Hönnetal zu feiern.

Gäste aus Wirtschaft und Politik nahmen teil, aber auch die 175 Beschäftigten sowie viele Interessierte aus der Umgebung, für die ein Tag der offenen Tür veranstaltet wurde. Seit 35 Jahren im Werk Hönnetal beschäftigt ist Jörg Sprenger aus Volkringhausen. Der 51-jährige verheiratete Familienvater hat in Oberrödinghausen im Jahr 1987 eine Ausbildung zum Energieelektroniker begonnen. Seit 2007 ist er als Produktionsmeister für die Kalkproduktion zuständig. „Hier wird man als Mitarbeiter geschätzt“, beschrieb Sprenger seinen Arbeitgeber. Für diesen waren auch schon sein Vater als Kfz-Schlosser, und sein Großvater als Vorarbeiter tätig gewesen.

Werkleiter: „Können Akzeptanz nicht voraussetzen“

Werkleiter Stefan Flügge hatte bei dem Festakt, der dem Tag der offenen Tür für die Bevölkerung vorausging, das erste Wort vor den geladenen Gästen. „Wir können eine Akzeptanz unseres Tuns nicht voraussetzen, aber unsere Nachbarn sollen sehen, was wir tun“, sagte er, dass seitens des Unternehmens eine offene Kommunikation propagiert werde. Auch in Sachen der geplanten Steinbrucherweiterung.

Hatte das Unternehmen ursprünglich eine Planung für eine 80-Hektar-Erweiterung in Richtung Eisborn vorgestellt, ist Lhoist nach massivem Widerstand aus der Bevölkerung und planungsrechtlichen Problemen davon abgerückt. Die aktuelle Planung, erstmals vorgestellt im Juli 2021, sieht flächenmäßig noch eine Erweiterung und etwa 16 Hektar in Richtung Asbeck vor. Dafür soll Kalkstein jedoch auch weiter in die Tiefe abgebaut werden.

Bürgerinitiative will Erweiterung verhindern

Doch auch diese abgespeckte Variante wird in Teilen der Bevölkerung äußerst kritisch gesehen. So kämpft die Eisborner Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung nicht nur gegen die Erweiterungspläne, sondern möchte ein komplettes Ende des Kalkabbaus im Hönnetal erreichen. Diese Auseinandersetzung griff Balves Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) am Samstag in seinen Grußworten auf: „Man sollte sich auf einen Dialog einlassen, denn Kalkstein ist systemrelevant und unentbehrlich.“ Ziel müsse es sein, einen Konsens zu schaffen, um den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten. „Kommt es nicht zu einer weitgehenden Übereinstimmung der Meinungen, dann entscheidet am Ende der Regionalrat.“

Einblicke in die Produktionsabläufe beim Kalkabbau bekamen Interessierte bei einstündigen Bustouren über das Werksgelände und durch den Steinbruch.
Einblicke in die Produktionsabläufe beim Kalkabbau bekamen Interessierte bei einstündigen Bustouren über das Werksgelände und durch den Steinbruch. © Kolossa, Julius

Diesem Gremium als Entscheidungsbehörde liegen die Einwendungen gegen die geplante Steinbrucherweiterung vor, die weiterhin geprüft werden. Dies teilte Werkleiter Flügge im Gespräch mit der Redaktion mit. „Eventuell werden wir 2023 einen neuen Regionalplan bekommen.“ Der schlimmste Fall aus Sicht des Unternehmens sei ein komplett neuer Entwurf. „Dann müsste der ganze Prozess wieder von vorne stattfinden“, so Flügge. Allerdings: Lhoist bereitet einen Antrag auf Vertiefung der Abbaufläche in Richtung Eisborn um 60 zusätzliche Meter vor. „Den Antrag werden wir Anfang 2023 beim Märkischen Kreis als Genehmigungsbehörde abgeben. Bestenfalls nach einem Jahr Bearbeitungszeit könnte uns dann die Genehmigung vorliegen“, sagte der Werkleiter.

Bustouren sind ausgebucht

Beim Tag der offenen Tür stellten sich Flügge und weitere Verantwortliche vielen Fragen der Bevölkerung und gaben Einblicke in den Produktionsablauf entlang der Förderanlagen vom Steinbruch bis in die Brennöfen. Die einstündigen Bustouren waren voll ausgebucht, so groß war das Interesse.

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