In der Innenstadt

Zweiter Friseursalon in Altena schließt

Friseursalon Schenke in Altena
+
Der Friseursalon Schenke in Altena

Es ist der zweite Friseursalon in kurzer Zeit, der in Altena schließt. Und wieder ein Traditionsgeschäft.

Altena – Die Burgstadt verliert den zweiten Traditionssalon in kürzester Zeit. Nachdem Heidrun Schick ihren Friseursalon am Knerling nach knapp 60 Jahren am Standort Ende 2020 schloss, verabschiedet sich nun auch Friseurin Brigitte Schenke von ihren Kunden. Sie schließt ihren gleichnamigen Salon an der Lennestraße zum 23. Juli. Der Abschied aus dem Salon gehe ihr sehr nahe, berichtet der Sohn.

„Nach unseren Informationen handelt es sich an dieser Stelle um das älteste Friseurhaus in Altena“, erzählt ihr Sohn Thorsten Schenke. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, ab etwa 1910, hat die Familie Rump an der Lennestraße 11 ein Friseurgeschäft betrieben. Anfang/Mitte der 1930er Jahre übernahm Friseurmeister Gerd Wirthsmann das Geschäft. Die Immobilie wurde 1965 aus- und umgebaut und dabei das Ladenlokal stetig vergrößert.

Ehepaar Schenke führte Friseursalon zusammen

„Mein Vater Hartmut Schenke begann 1958 im Friseursalon Wirthsmann als damals 15-Jähriger seine Ausbildung zum Friseur“, berichtet Thorsten Schenke aus der Familienchronik. Sein Vater legte am 6. Juni 1966 in Dortmund seine Meisterprüfung ab. „Meine Mutter, die ebenfalls das Friseurhandwerk erlernt hat und die meine Vater während seiner Bundeswehrzeit Anfang der 1960er Jahre kennenlernte, zog 1969 nach Altena.“

Fortan arbeitete und wohnte das Ehepaar Schenke im Haus an der Lennestraße 11. Denn über dem Friseursalon, der sich bis heute im Erdgeschoss (Herrenfrisuren) und im ersten Obergeschoss (Damenfrisuren) befindet, war in der zweiten Etage eine Wohnung vorhanden. „Ideal, da man zur Arbeit dann nur eine Treppe heruntergehen musste“, erzählt der Sohn. Das Geschäft wurde in den Folgejahren immer wieder modernisiert, aber der Charme des traditionellen Friseurgeschäftes blieb.

Frau führt Laden nach Tod des Ehemannes weiter

Im Jahre 1984 übernahmen Hartmut und Brigitte Schenke als selbstständige Friseure das Geschäft inklusive der Immobilie von Gerd Wirthsmann, der in den Ruhestand ging. Sie führten den Salon gemeinsam und beschäftigten dort bis zu zwölf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. „Sogar eine kleine Parfümerie war im Foyer des Geschäftes vorhanden, wo man allerlei Düfte, Rasierwasser, Haut- und Haarpflegeprodukte und Kosmetika erwerben konnte“, erinnert sich Thorsten Schenke.

Im Jahre 2004 wurde Friseurmeister Hartmut Schenke, der sich auch in der Friseurinnung, im Prüfungsausschuss der SIHK und in der Altenaer Werbegemeinschaft engagierte hat, zum Pflegefall. Seine Ehefrau Brigitte war es, die nun plötzlich und unerwartet die Geschicke des Friseurgeschäftes in die Hand nehmen musste.

„Stück Geschichte geht zuende“

„Vieles sprach damals dafür, das Geschäft unter der schweren Belastung aufzugeben. Dennoch entschied meine Mutter, das Geschäft im Sinne Ihres Mannes fortzuführen“, sagt der Sohn. Hartmut Schenke starb 2014, seine Ehefrau frisierte weiter. „Aus Tradition, aus Verbundenheit zur Innenstadt, in der sie heute seit 52 Jahren lebt, arbeitet und Freunde gefunden hat“, weiß ihr Sohn.

Die 72-Jährige möchte aber gerne noch ein paar schöne Jahre ohne Arbeit genießen. „Sie hat sich auf diesen Tag lange vorbereitet. Schließlich geht hier ein Stück Geschichte zu Ende. Und so wurde eine endgültige Schließung doch immer noch einmal wieder ein paar Monate verschoben“, erläutert Thorsten Schenke. Nun haben die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen neue Arbeitsstellen gefunden und Brigitte Schenke kann in Ruhe aufhören. Auch wenn ihr der Salon, die Mitarbeiter und Kunden sehr fehlen werden. Aber sie weiß: „Man sieht sich bestimmt an den Lenneterrassen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare