Zweite Phase des Gastro-Lockdowns / Kunden zeigen Treue

Betriebe zuversichtlich

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Das Butzelhaus an der Kirchstraße setzt auf Lieferbetrieb und Abholung.

Altena – Anfang Mai hatte Patrick Hochstein den Betrieb im traditionsreichen Gasthaus Pilling wieder hochgefahren – jetzt geht es wieder zurück in den Lockdown-Status. Keine Besuche von Gästen mehr, stattdessen wieder Außer-Haus-Verkauf – und Lieferservice.

Dazu steht ein Schnitzel-Flitzer bereit, der neu angeschafft wurde. „Der November wäre eigentlich voll gewesen mit Veranstaltungen und Catering“, berichtet Hochstein. Dafür sei das Auto angeschafft worden – „jetzt geht er aber auch in den Lieferdienst“. Die Erfahrungen mit dem Lieferdienst, aber auch mit dem Außer-Haus-Verkauf, seien beim ersten Lockdown grundsätzlich positiv gewesen. „Wir haben sehr viel Zuspruch bekommen, es war sehr gut“, erinnert sich Patrick Hochstein an die erste Lockdown-Phase. Auch hätten die Kunden viel Verständnis gezeigt, weil das Traditionsgasthaus mit dieser Form des Verkaufs noch seine Erfahrungen sammeln musste. Dazu kam: „Wir mussten das ja alles innerhalb der Familie regeln, aber da habe ich sehr viel Unterstützung bekommen“, sagt Hochstein. Er sei also zuversichtlich, dass man auch durch diese zweite Phase komme.

Von Tradition wie im Gasthaus Pilling kann beim „Butzelhaus“ an der Kirchstraße noch keine Rede sein, denn das schmucke Restaurant ist erst im Juli an den Start gegangen. Viel Mühe hatten sich die Betreiber mit der Ausstattung gegeben – und jetzt soll die Tür geschlossen bleiben. Trotzdem ist die Grundstimmung die Gleiche wie in der Nette: Inhaberin Nadia Diab zeigt sich nämlich optimistisch: „Wir werden jetzt mal sehen, wie das zu schaffen ist, aber es wird schon schiefgehen.“ Alle Gastro-Betriebe brauchten jetzt Unterstützung, sagt Nadia Diab grundsätzlich. „Wenn Altena mitspielt und die Altenaer uns eine Chance geben, dann kommen wir auch da durch.“ Nadia Diab will die ganze Woche über liefern – der Ruhetag entfiele dann. Sie hat jedoch einen Radius von vier Kilometern gesetzt, denn es gehe um Qualität und Frische. „Wir backen ja selbst und machen auch die Saucen selbst. Grundsätzlich kann man übrigens mit uns reden“, unterstreicht die Inhaberin.

Noch keine Entscheidung ist bei Nilüfer Seker gefallen, die das Cafe Nostalgie betreibt. Nach einem Krankenhaus-Aufenthalt möchte sie erst mit den Mitarbeitern und ihrem Mann sprechen. Beim letzten Lockdown habe der Außer-Haus-Verkauf gut funktioniert. „Wir haben viel Eis, Kuchen und Kaffee außer Haus verkauft“, sagt Nilüfer Seker, allerdings sei da auch das Wetter gut gewesen. Ob die Rechnung auch im November aufgeht, sei vielleicht fraglich. Im Döner-Haus an der Bahnhofstraße steht unterdessen fest, dass man mit Lieferdienst und Außer-Haus-Verkauf in die Zwangspause geht. Es gebe schließlich hohe Fixkosten und die müssten irgendwie hereingeholt werden, sagt Metin Tasdemir, der den Betrieb derzeit vertretungsweise leitet. „Wir sind durchgekommen und die Kunden sind uns treu geblieben“, so Tasdemir in Erinnerung an den ersten Lockdown.

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