Zwei Schalter: Ampelfunktion für Blinde einwandfrei

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Ein weitgehend unbekannter zweiter Schalter befindet sich an der Unterseite der gelben Ampeltaster.

Altena -  Und sie funktionieren doch – wenn man weiß, dass es einen zweiten Schalter gibt. Nach einem Verkehrsgang mit einem örtlichen Kindergarten hatte eine Mutter den Eindruck gewonnen, dass die neu angelegten Ampelanlagen an der Fritz-Berg- und der Pott-Jost-Brücke zwar nach dem ersten Eindruck auch für eine Benutzung durch Blinde und stark Sehbehinderte eingerichtet sind – aber eben diese Funktion vermissen lassen.

Es fehle das akustische Signal für Fußgänger-Grün, bemängelte die Frau und stieß damit eine Diskussion in einer Altenaer Gruppe der Internet-Seiten von Facebook an.

Es war schließlich Heinz Wagener, Verkehrsreferent im Motorsportclub (MSC) und Mitglied im Ausschuss für Technik, Verkehr und Umwelt im ADAC, der anbot, sich um die Sache zu kümmern. Und der schon bald eine Lösung präsentieren konnte. Sie liegt in unterschiedlichen Ausführungen der Anforderungsschalter. Jeder hört das so genannte Annäherungssignal – „tack - tack - tack“ – das es einem Blinden ermöglicht, den Ampelmasten genau anzusteuern. Jeder sieht den großen Taster, mit dem das Fußgänger-Grün angefordert werden kann. Aber ganz offenbar wissen nur wenige, dass sich an der Unterseite der gelben Taster ein zweiter – pfeilförmiger – Schalter befindet, mit dem das akustische Signal angefordert wird, das Blinden dann mit einem Piepton „Grün“ signalisiert. Es müssen einfach beide Schalter gedrückt werden, um die volle Funktionalität zu erreichen. In anderen Städten – etwa in Lüdenscheid – seien andere Lösungen zu finden, berichtet Wagener. Eine kurze Überprüfung an beiden Brücken habe ergeben, dass die Anlagen einwandfrei funktionieren.

Von Thomas Keim

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