Facebook macht dem Stadtarchiv Konkurrenz

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Alte Aufnahmen der Burgstadt finden sich zahlreich in dem sozialen Netzwerk. ▪

ALTENA ▪ Ansichten der Steinernen Brücke, Radballer auf dem Bungern-Platz oder die Schnurre in der Rahmede: Friedhelm Ziese (77) postet ein Bild nach dem anderen in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Altena, wenn...“. Stadtarchivarin Monika Biroth hat davon schon gehört und will sich in den nächsten Tagen einen Überblick verschaffen. „Wäre schön, wenn die Bilder auch bei uns ankämen“, hofft sie.

Im Altenaer Stadtarchiv sind die meisten Bilder und Akten noch nicht digitalisiert. Da sind die Facebook-Nutzer den städtischen Mitarbeitern einen Schritt voraus. „Wir müssen alles per Hand einscannen“, erklärt Biroth und verweist auf die geringe Stundenzahl, die sie im Archiv arbeitet. „Wir digitalisieren meistens nur, wenn sich jemand für ein spezielles Bild bei uns interessiert“, sagt die Archivarin. Dabei ergänzt sie, dass zudem alte Akten eine höhere Priorität haben als Fotos. „Bei größeren Mengen werden die Fotos an Spezialfirmen geschickt, die dann mit Hochleistungsscannern die historischen Aufnahmen digitalisieren und sie so eventuell länger für die Nachwelt festhalten“, erklärt ihr Mann Ulrich Biroth, der im Kreisarchiv beschäftigt ist.

Friedhelm Ziese hat zuhause selbst ein kleines Foto-Archiv zusammengestellt. „Ich habe viele Bilder von einem Bekannten bekommen“, erzählt der 77-jährige. Aus dem AK erfuhr der Rentner von den Gruppen in dem sozialen Netzwerk im Internet. „Über Facebook hatte ich eigentlich zu meiner Tochter in Süddeutschland Kontakt halten wollen“, erklärt Ziese und freut sich, jetzt mit anderen sein Archiv zu teilen. Neben dem Nettenscheider posten viele weitere Burgstädter ihre alten Ansichten Altenas. Damit macht das kleine Online-Archiv dem Stadtarchiv fast Konkurrenz. Dabei haben es die Online-Aktiven natürlich leichter, denn sie scannen nur die Bilder ein, die sie dort auch präsentieren wollen.

„Im Kreisarchiv haben wir damit begonnen, alle alten Postkarten zu digitalisieren“, sagt Ulrich Biroth. Anschließend sollen auch etwa 5000 Fotos gescannt werden. „Die wollen wir natürlich auch online zur Verfügung stellen, aber das dauert halt“, betont der Archivar.

Die Kundschaft im Kreisarchiv sei zudem noch nicht vollständig auf digitalisierte Fotos oder Akten angewiesen. „Viele wollen zunächst die Originale sehen und nehmen dann einen Abzug mit. Das kommt aber auch auf das Alter der Leute an“, so Ulrich Biroth.

Im Internet wächst das Archiv in der Zwischenzeit beständig weiter. Monika Biroth hofft darauf, dass sie viele Bilder vielleicht auch in ihr Archiv aufnehmen kann. Das Stadtarchiv an der Lüdenscheider Straße 22 hat von Montag bis Mittwoch sowie freitags jeweils zwischen 8 und 11.30 Uhr geöffnet. Ihre E-Mail: m.biroth@altena.de ▪ David Schröder

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