Berlin fordert von früh bis spät

Die Karten sind gemischt - Altena wird durch vertreten.

ALTENA -  Für Dagmar Freitag, SPD-MdB, hat die sechste Amtszeit im Deutschen Bundestag begonnen. Die Iserlohnerin ist direkt am Tag nach der Wahl zu dreitägigen Gremiensitzungen nach Berlin gereist – Zeit, um sich vom Krimi des Wahlabends zu erholen, sei da nicht geblieben.

Ihr Wunsch sei es, so sagte sie auf Anfrage, weiterhin den Vorsitz des Sportausschusses sowie ihren Sitz im Auswärtigen Ausschuss zu behalten; allerdings höre man in den Fluren des Reichstagsgebäudes, dass auch die CDU mit dem Sportausschussvorsitz liebäugele. „Das wird sich alles in den nächsten Wochen entscheiden“, gibt sich die Abgeordnete entspannt auf solche Fragestellungen. Noch allerdings ist sie Ausschussvorsitzende und muss jedenfalls zurzeit noch nicht für einen Umzug packen.

Die Zeit nach der Wahl bezeichnet sie „als spannend“, weil es noch nicht klar ist, ob die SPD in eine große Koalition eintritt: „Die Entscheidung darüber wird maßgeblich davon abhängen, welche unserer Kernforderungen wir durchsetzen können. Aber hierzu gibt es ja einen klaren ,Fahrplan’ seitens der Bundespartei, der eine enge Einbeziehung der Mitglieder vorsieht.“

Eine rot-rot-grüne Koalition schließt sie aus: „Wir haben eine solche Konstellation vor der Wahl definitiv ausgeschlossen und dieses auch gut begründet. Das gilt für mich auch jetzt noch, weil ich mich bei allen Nachfragen im Wahlkampf zu diesem Thema entsprechend geäußert habe. Die nächsten Termine stehen bereits an: die SPD-Bundestagsfraktion wird sich am 8. Oktober zu weiteren Beratungen in Berlin treffen, am Tag später geht es zur Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung der NATO für drei Tage nach Dubrovnik.

Christel Voßbeck-Kayser, Altenas neue CDU-Bundestagsabgeordnete, hat sich ebenfalls in den ersten beiden Wochen nach der Wahl „gut in Berlin eingelebt.“ Für ihr Büro an der Spree stellte sie schon eine Büroleiterin ein. „Eine Perle“, schwärmt sie. Die Frau könne bereits auf 15 Jahre Tätigkeit bei einem Abgeordneten-Kollegen aus ihrer Geburtsstadt Recke, Münsterland, zurückblicken. „Das ist sehr hilfreich im Anfang“.

Eher zufällig fand sie in unmittelbarer Nähe zum Reichstag an der so genannten Abgeordnetenschleife „eine schöne und auch bezahlbare Wohnung“. Jetzt heiße es: Zweiten Wohnsitz anmelden und sich in den Regel-Parlaments-Alltag einzufügen. Dazu gehören Sitzungen der CDU-Landesgruppe und die Teilnahme an Fraktionssitzungen. Mitarbeiten möchte die Altenaerin in Fachausschüssen der Bereiche Gesundheit, Arbeit und Soziales. Stichwort Koalitionsverhandlungen: Alle CDU-Abgeordneten würden darüber unterrichtet und einbezogen. Die Einrichtung eines Wahlkreisbüro hat sie in ihrer „Heimat“ bereits angedacht. Hier ist aber noch nicht alles unter Dach und Fach. „Ich bin guter Dinge und gut unterwegs. Es gibt immer etwas zu tun.“

von Johannes Bonnekoh

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