„Platzprobleme“ in Bussen und Zügen

Ein Zug des privaten Bahnunternehmens Abellio. Foto: dpa

Altena - Wenn Schüler zu spät zum Unterricht erscheinen, gebrauchen sie oft die Ausrede: „Ich habe den Bus verpasst!“ Abgesehen davon, dass das meist nicht zählt, sie könnten bekanntlich auch eine Linie früher zusteigen, ist diese Ausrede natürlich auch am Burggymnasium (BGA) gang und gäbe. Aber was ist, wenn ein Busfahrer erst gar nicht die Haltestelle ansteuert, weil sein Fahrzeug bereits überfüllt ist und einfach an den Wartenden vorbei fährt?

Diese Information hält sich hartnäckig – doch die Vorwürfe richten sich nicht nur gegen die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) sondern auch gegen das private Bahnunternehmen Abellio. Unsere Zeitung fragte nach, was es mit diesen „Platzproblemen“ im Alltag auf sich hat.

Der MVG sei von solchen Fällen nichts Konkretes bekannt, sagt Jochen Sulies, Pressesprecher des Unternehmens. „Als Transporteur sollten uns Probleme dieser Art gemeldet werden. Die genauen Fakten müssen vorliegen“, erklärt er. Erst wenn konkrete Angaben zur Buslinie, Haltestelle und Uhrzeit gemacht würden, könne man den Fall prüfen.

Das übernehmen bei der MVG sogar extra für solche Fälle angestellte Mitarbeiter, Sulies bezeichnet sie als „Prüfpersonal.“ Es werde dann geschaut, ob die Überfüllung von Busfahrzeugen nur vorübergehend vorliege oder ob sie durch einen Schülerzuwachs zustande komme – und dementsprechend nicht wieder abebbe.

Bei einem dauerhaften Problem wären Lösungen wie der Einsatz eines zweiten Busses zur Entzerrung der Situation oder ein größerer Wagen – etwa ein Gelenkbus oder ähnliches – möglich. „Von außen sieht der Bus voll besetzt aus, aber innen ist er dann doch nicht so gut besetzt“, weiß der Pressesprecher aus langjähriger Erfahrung.

Normalerweise seien die Fahrer angehalten, die Fahrgäste zu bitten, dass alle Mitfahrenden in den hinteren Teil des Busses durchgingen und so kein Platz verschwendet würde. Manchmal könne es aber auch am Verhalten der Gäste liegen. „Beispielsweise benutzen manche Schüler auch Linien, die eigentlich nicht für sie vorgesehen sind, um mit ihren Freunden zu fahren“, sagt Sulies.

Anamaria Preuss, Pressesprecherin von Abellio, bestätigt einen Zuwachs an Fahrgästen im Bereich Altena und Umgebung. Abellio sei allerdings nur die „ausführende Kraft“, so könne lediglich der Auftraggeber – in dem Fall der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) – häufigere Fahrtzeiten oder andere Veränderungen ermöglichen.

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