Wohnungs-Statistik liefert falsche Zahlen

Zahl der Wohnungen laut IT.NRW gestiegen

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Einen ganzen Straßenzug ließ die Baugesellschaft an der Memeler Straße abreißen.

Altena -  Manfred Haupt, der neue Vorstand der Altenaer Baugesellschaft, wollte es nicht glauben: „Wo sollen die denn alle hergekommen sein?“ – mit diesen Worten kommentierte er die Nachricht, dass der Statistische Landesbetrieb IT.NRW für Altena eine erhebliche Zunahme des Wohnungsbestandes errechnet haben will.

Um 3,5 Prozent sei die Zahl der „Wohnungen im Wohn- und Nichtwohnbau“ zwischen 2010 und 2019 gestiegen, behaupten die Landesstatistiker. Angesichts der Tatsache, dass die ABG in diesem Zeitraum exakt 234 Wohnungen abreißen ließ, verwundert diese Zahl.

Sie ist auch falsch. IT.NRW hat sich nämlich verrechnet. Für 2010 gibt der Landesbetrieb die Zahl der Wohnungen in Altena mit 10 208 an, 2019 waren es nach seinen Angaben noch 9848 – ganz klar ein Rückgang, und zwar um 3,5 Prozent. Statt des Minuszeichens steht in der Statistik aber ein Plus vor der prozentualen Veränderung. Das ist übrigens bei allen anderen Kommunen in NRW auch so. „In keiner Gemeinde NRWs war die Wohnungsanzahl 2019 niedriger als im Jahr 2010“, teilt der Landesbetrieb deshalb mit.

Das ist nicht nur in Bezug auf Altena falsch: Auch in Bergneustadt sank die Zahl der Wohnungen, trotzdem weist IT.NRW auch für diese Kommune ein Plus aus. Ganz klar ein Fehler, räumt man im Landesbetrieb ein und vermutet menschliches Versagen.

In einem Anhang zu der Pressemitteilung, in der die Zahlen näher aufgeschlüsselt, sind die Angaben dann richtig: In Altena und Bergneustadt sinkt die Zahl der Wohnungen, in den übrigen 394 Kommunen des Landes ist sie seit 2010 gestiegen – im Märkischen Kreis im Schnitt um 1,2 Prozent, landesweit sogar um 4 Prozent. Den höchsten Zuwachs verzeichnet mit 15,9 Prozent die Stadt Wassenberg im Kreis Heinsberg.

Die von IT.NRW vorgelegten Daten basieren auf einer Fortschreibung des Zensus 2011, zu dem auch eine Gebäude- und Wohnungszählung gehörte. Anhand dieser Daten trauen sich die Statistiker auch Angaben zur Beschaffenheit und Belegung der Wohnungen zu.

Danach hat eine Wohnung in Altena im Schnitt 4,5 Wohnräume und ist 88,8 Quadratmeter groß. Sie wird von 1,7 Personen bewohnt. Statistisch gesehen stehen damit jedem Altenaer 52 Quadratmeter zur Verfügung. NRW-weit sind es 45,8 Quadratmeter pro Einwohner.

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