Neues Außenlager für das Wasserrad

Jürgen Wagner (l.) hat sich für Fördergelder aus Münster eingesetzt, damit Immobilienbesitzer Volkmar Hache die Reparatur des Wasserrads nicht allein bezahlen muss. -  Foto: Hornemann

ALTENA -  Volkmar Hache verliert kein böses Wort über das defekte Außenlager der Hamelsrolle, dessen Reparatur mehrere Tausend Euro kostet. Das Wasserrad der einstigen Kettenschmiede in der Brachtenbeck ist es ihm, dem örtlichen Denkmalpfleger Jürgen Wagner und auch dem Bürgermeister wert, funktionstüchtig erhalten zu bleiben.

Jeweils ein Drittel der Kosten tragen der Hausbesitzer, die Denkmalpflege in Münster und Spender, die dem Aufruf von Dr. Andreas Hollstein folgen.

Die Mitarbeiter einer Mindener Spezialfirma drücken die Welle des Rads in die Hauswand der 1689 erbauten Hamelsrolle. Das Rad muss aufwendig abgefangen werden. Erst dann können die Handwerker überhaupt an das Außenlager heran. Sie haben versprochen, das innerhalb eines Tages zu schaffen. Ihre Liebe zum Denkmal geht ähnlich weit, wie die von Volkmar Hache.

Als er das Haus in der Brachtenbeck vor über 30 Jahren kaufte, da war es in ähnlich ruinösem Zustand wie das Haus Klusenstraße 22, für das Denkmalbeauftragter Jürgen Wagner vor wenigen Tagen einen Hilferuf startete. Die Liebe zum alten Gemäuer reichte auch für das Wasserrad und den zugehörigen 100 Meter langen Obergraben. Volkmar Hache sanierte die Rolle liebevoll und aufwendig. „Ich habe nicht nach dem gefragt, was ich will, sondern nach dem, was das Haus verlangt“, erklärt er lachend. Nie hat er es bereut, so viel Zeit, Geld und Ideen zu investieren. „Wohnen in diesem Haus kann nie unmodern werden. Und trotzdem muss ich auf keinen Komfort verzichten“, erklärt der Reiseleiter in Altersteilzeit, der seine Gruppen stets zur Nachbesprechung zu sich in die Brachtenbeck einlud und hier auch seine Hühnergeschichten schrieb.

„Volkmar Hache ist das beste Beispiel dafür, dass Menschen in pflegebedürftigen Immobilien ihr Glück finden können“, erklärt Jürgen Wagner. Sein Appell für die Klusenstraße 22 hat gefruchtet: Drei Interessenten hat er bislang durchs Haus geführt. „Und wer es kauft, ist nicht allein“, sichert der Denkmalpfleger zu. - iho

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