Zukunftmusik mit einem guten Klang

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Der Kreis der Planer (v.l.): Michael Löffler, Christian Böhm, Mathias Lim, Thorsten Smidt, Klaus Hollenbeck. ▪

ALTENA ▪ Zukunftsmusik hat am Montag der Rat gehört – eine besonders erbauliche Gattung von Zukunftmusik, denn der Termin der Uraufführung steht mit Oktober 2013 so gut wie fest. Die fünf Hauptplaner haben dem Stadtparlament vorgestellt, wie sie das „Neue Tor zur Burg“ aufstoßen wollen – und wie es in seinem Inneren aussieht.

Dazu waren Architekt Klaus Hollenbeck (Köln), Mathias Lim (New Media Design, Köln) und Dr. Thorsten Smidt (Expo 2508, Ausstellungskonzept, Bonn) sowie für die Ingenieursseite Koordinator Dipl.-Ing. Michael Löffler (CDM, Bochum) und Christian Böhm von der Planungsgesellschaft Karnasch in Essen mit geballten Plänen und Informationen angerückt.

Diese wurden vorgetragen, bevor der Rat einen Bericht über den „Abschluss der Vorplanung“, also eine Kostenübersicht, bekam und schließlich einen Beschluss fasste, in welcher Rechtsform der Burgaufzug geführt werden solle - nämlich als städtischer Regiebetrieb. Das sorge zum einen für steuerliche Vorteile, erläuterte Bürgermeister Andreas Hollstein, zum anderen werde dadurch „absolute Kostenklarheit für die Bürger“ erreicht.

Ebenso wichtig war die Beschlussfassung über den Bau des Eingangstores und der Außenanlagen, mit dem, – da zeigte sich Bürgermeister Dr. Hollstein überzeugt – ein „erheblicher städtebaulicher Mehrwert“ geschaffen werden kann. Die Gesamtkosten liegen mit Außenanalagen und 100000 Euro Baunebenkosten bei 600000 Euro. Die Finanzierung soll gesichert werden über Fördermittel aus dem „Ziel-2“-Programm, Gelder aus „Stadtumbau West“ und nicht zuletzt dadurch, dass etwa beim Bau der Lenneuferpromenade erhebliche Einsparungen möglich geworden waren.

Das Tor wird sieben Meter hinter die von der Lennestraße aus sichtbare Flucht der Fassaden zurückgesetzt. Dadurch entsteht ein kleiner Vorplatz, der dem Torgebäude weitere Geltung verschafft. Viel Glas und edler Stahl (Corten) sollen dafür sorgen, dass die Fassade zusammen mit einem im Inneren sichtbaren 3-D-Modell der Burg zu einem Hingucker wird – und das auch in den Abendstunden, wenn der Aufzugsbetrieb ruht. Das Tor ist jetzt auf eine Höhe von zehn Metern geplant und damt sichtbar niedriger als die beiden benachbarten Häuser.

Interessant und vielversprechend klang auch, was die Edutainment-Planer Lim und Smidt über die Inhalte verrieten, die sich hinter den – insgesamt sieben – neuen Toren zur Burg verbergen. Lebende Gemälde und Besucherschatten, die beim Weitergehen an der Wand verharren, virtuelle Wasserflächen aus so genannten „living surfaces“ (lebenden Oberflächen), die auf die Fußstapfen der Besucher wie echtes Wasser reagieren. Es gibt sogar einen Burgherren aus Licht (Projektion), der mit den Besuchern in den Aufzug steigt. Die Zahl von 15 Plätzen, scherzte Planer Hollenbeck im Vorgespräch, werde dadurch nicht verringert.

Die sechs Stationen im Inneren der Anlage wenden sich den Motiven „Name der Burg“, „Bergbau“, „Jagd“, „Wasser“, „Eisenverarbeitung“ und „Wandel“ zu. Sie tun das auf dem Weg über die heimische Sagenwelt, die ihnen von Alberich über den Heiligen Einhard und Wieland eine Menge Stoff bietet. Hier sollen eher Emotionen geweckt als nüchterne, geschichtliche Fakten präsentiert werden. ▪ tk

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