Zuhörer hängen Vorlesern gespannt an den Lippen

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Ulla Rinke liest im Schein der Taschenlampen und die Zuhörer hängen gespannt an ihren Lippen. ▪

ALTENA ▪ Der Abend ist kalt und dunkel. Der Himmel sternenklar. Nur zwei Taschenlampen leuchten auf dem Felsenplatz und spenden gerade einmal so viel Licht, dass sie das Manuskript in Ulla Rinkes Hand lesbar machen. Um Rinke herum hat sich eine Menschentraube gebildet, die ihr gespannt an den Lippen hängt. Alle wollen wissen, wie die Geschichte um die Polizeireporterin Maria Grappa weiter geht.

Zur „Nacht der Bibliotheken“ hatten die Freunde der Stadtbücherei am Freitag zum Krimi-Spaziergang eingeladen. Mit dem Buch gingen die Teilnehmer der Veranstaltung auf Entdeckungstour und trugen die Literatur regelrecht nach draußen.

An acht Stationen lasen Mitwirkende des Förderkreises Ausschnitte aus Gabriella Wollenhaupts Krimi „Grappa und die Seelenfänger“ vor. Dabei machten sie nicht nur am Felsenplatz und am Bürgerinformationsbüro Halt, sondern auch am Handwerksladen von Andreas Blumenthal und dem Atelier Antek. Die ungewöhnlichen Leseorte unterstützen die Atmosphäre des Buches und machten die Lesung zu einem gelungenen Erlebnis.

Los ging es im Café Ko. Mit einem kleinen Muntermacher und den ersten Sätzen aus Wollenhaupts Krimi läutete Ulla Rinke den mörderischen Rundgang ein. „Wir wollen auf diesem Spaziergang richtig Lust auf Bücher kriegen“, so Rinke. Ganz getreu des diesjährigen Mottos „Verknallt in Bibliotheken“.

In Wollenhaupts Krimi wird die freche Poilzeireporterin Maria Grappa in kuriose Abenteuer verstrickt. Als bei einer Talentshow der Hauptjuror Pit Brett verschwindet und die Kirche der Erleuchtung die Verantwortung für die Tat übernimmt, schleicht sich Grappa in die Sekte ein und macht erschreckende Entdeckungen.

40 Altenaer ließen sich in die Krimiwelt der Dortmunder Autorin Gabriella Wollenhaupt entführen– mehr als erwartet. „Es wird ein bisschen eng, glaube ich“, sorgte sich Ulla Rinke zu Beginn. Doch den Krimifans machte das wenig aus. Zwar mussten sie zum Teil angestrengt die Ohren spitzen, doch die Gastgeber reagierten spontan und lösten die Probleme. Wirt Dimitrios Apostolidis installierte spontan im Café Ko ein Mikrofon.

Den Ausklang fand der Krimi-Spaziergang ganz klassisch in der Stadtbücherei. ▪ Von Carolin Hüppe

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