Zufrieden stellende Bilanz des Dorfladens

Den meisten Umsatz macht Alexander Loch mit Fleisch und Wurst.

ALTENA ▪ 100 Tage Dorfladen Dahle – Zeit für eine erste Bilanz. „Wir hatten einen guten Start, aber es muss noch etwas besser werden“, sagt Willi Beckmerhagen, eines der drei Vorstandsmitglieder. „Es wäre gut, wenn wir zehn Prozent mehr Umsatz hätten“, ergänzt Joachim Schaumann, der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft.

Bekanntlich läuft der Dorfladen unter den Motto „von Bürgern für Bürger“: Um die 200 Genossenschaftsanteile wurden unters Dahler Volk gebracht, bevor der Laden im Oktober eröffnet wurde. So wurde ein schuldenfreier Start möglich: „Das gehört alles uns“, betont Schaumann mit Blick auf die Regale und meint damit nicht nur die Möbel, sondern vor allem auch deren Inhalt. Alle Waren wurden bar bezahlt, nichts ist auf Kommission angeschafft.

Alexander Loch ist der Mann hinter der Theke. Der gelernte Metzger kümmert sich nicht nur um frisches Fleisch und schmackhafte Wurst, sondern ist als Geschäftsführer auch für das übrige Tagesgeschäft zuständig. Dazu gehört, dass er ein Auge auf Umsätze und Kundenfrequenzen hat. „Jeden Tag kommen um die 100 Leute in den Laden“, weiß er zu berichten.

In erster Linie kaufen die Kunden Fleisch und Wurst – 60 Prozent des Umsatzes würden in diesem Segment gemacht, schätzt Loch. Obst und Gemüse würden „eher so mitgenommen“. Mit Blick auf die Schlecker-Krise wagt Schaumann bereits einen Blick in die Zukunft: „Vielleicht müssen wir noch ein kleines Sortiment an Drogerieartikeln hinzunehmen“, überlegt er für den Fall, dass die insolvente Drogeriekette ihre Dahler Filiale schließt – „sonst müssen die Leute ja wieder fahren, wenn sie Zahnpasta oder Hygieneartikel brauchen“.

Dass „die Leute fahren müssen“, ist das, was verhindert werden soll. Schließlich können viele Senioren das so ohne weiteres nicht mehr – sie sind in ihrer Mobilität eingeschränkt und froh über den Laden im Dorf. „Der Bringservice wird aber kaum nachgefragt“, sagt Loch und wundert sich darüber nicht mehr: Manche Senioren kämen täglich und würden nur das einkaufen, was sie alleine nach Hause tragen könnten. Damit erfüllt der Dorfladen einerseits eine wichtige Aufgabe, kann aber andererseits auch keine großen Umsätze erwirtschaften. Deshalb sind auch die anderen wichtig – die, die im Dorfladen auch ‘mal einen größeren Einkauf tätigen. Schaumann setzt da nicht nur auf die Dahler: „Wir sind auch für die Evingser interessant und für Leute, die im Steinwinkel leben“.

Mit einem ganzen Strauß von Argumenten versuche man diesen Kundenkreis zu ködern, erklärt Schaumann: gute Qualität, konkurrenzfähige Preise, ein nettes Ambiente, regionale Produkte, guter Service. „Ich glaube, dass wir all diese Punkte erfüllen“, sagt er und zeigt auf die Ecke mit den Getränken – tatsächlich ist die Kiste Iserlohner im Dorfladen nicht teuer als im Getränkemarkt. Geboten wird ein Grundsortiment – zum Service gehört es, dass Sonderwünsche prompt erfüllt würden. Loch: „Wir besorgen wir auch Büffelmozarella, wenn den jemand braucht“. Auch die Drachenfrucht, nach der neulich eine Kundin fragte, sei innerhalb von zwei Tagen da gewesen.

Bald ist Generalversammlung. Schaumann will den Genossen gerne zufriedenstellende Zahlen präsentieren und weiß, dass dafür noch einiges geschehen muss: mehr Umsatz, aber auch Einsparungen. Leichtere Veränderungen an der Kostenstruktur hat es schon gegeben – so öffnet der Laden neuerdings erst um 8.30 Uhr und damit eine halbe Stunde später als ursprünglich geplant. „Morgens ist einfach keiner gekommen“, erklärt Beckmerhagen .von Thomas Bender

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