Immer ohne Anmeldung

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Bei einer Routinekontrolle wurden in der Burgstadt Baustellen kontrolliert.

Altena - Sie kommen – natürlich – ohne Voranmeldung, die Beamten der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“. So heißt eine Abteilung des Hauptzollamtes Dortmund, die am Mittwoch in der Burgstadt im Einsatz war.

„Wichtig ist, dass die Kontrollen nicht vorhersehbar sind“, sagt Uwe Jungesblut von der Stabsstelle Kommunikation des Hauptzollamtes. Man gehe entweder Hinweisen nach, richte Schwerpunktkontrollen ein oder – wie es in Altena der Fall gewesen sei – es gebe „verdachtsunabhängige Prüfungen“. In einem solchen Fall werden die Beamten bei einer Streifenfahrt auf eine Baustelle aufmerksam. „Der Streifenführer entscheidet dann, ob dort Überprüfungen vorgenommen werden“, so Jungesblut.

Der Finanzkontrolle Schwarzarbeit kommt es in einem solchen Fall auf eine Reihe von Punkten an. So geht es in erster Linie um die Frage der Identität eines Beschäftigten, um die Sozialversicherungsdaten, um die Arbeitszeiten, aber auch um die Höhe des Stundenlohnes – Stichwort: Mindestlohn. An die Personenkontrollen können sich auch Überprüfungen des jeweiligen Arbeitgebers anschließen. „Das ist aber sehr zeitaufwendig“, weiß Jungesblut über die sogenannte „Geschäftsunterlagenprüfung“.

Auskünfte über mögliche Feststellungen oder Beanstandungen erteilt die Behörde im Übrigen nicht. „Das unterliegt dann dem Steuergeheimnis“, sagt der Sprecher des Zollamtes.

Die Beamten, die im heimischen Raum tätig sind, haben ihren Dienstsitz in Hagen. Der Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamtes Dortmund reicht vom Kreis Recklinghausen bis hinunter in den Kreis Siegen-Wittgenstein/Burbach. Die zu beackernde Fläche liegt bei immerhin 6100 Quadratkilometern und es gibt 615 Beschäftigte – natürlich nicht alle im Außendienst, und nicht alle in der grünen Uniform, zu der auch eine Waffe getragen wird.

Klaus Salzsieder, stellvertretender Pressesprecher der Generalzolldirektion in Köln, berichtet, dass für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit bundesweit 6500 Beamte tätig sind. „Davon 2500 in Grün, es gibt aber auch zivile Kräfte“. Gearbeitet wird im Schichtdienst mit einem Schwerpunkt auf der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr, grundsätzlich sei man aber „an sieben Tagen in der Woche und 24 Stunden täglich“ einsatzbereit.

Die bewaffneten Beamten kämen zum Einsatz, wenn an den Einsatzstellen Gegenstände zu erwarten sind, die als Waffe genutzt werden könnten. „Dann ist Eigenschutz gefragt“, sagt Salzsieder. Auf einer Baustelle könne man da an eine Schüppe denken, aber natürlich auch an einen Hammer. „Man muss durchaus damit rechnen, dass da einer mit der Schüppe um die Ecke kommt“, ergänzt sein Kollege Jungesblut. Aber auch bei einer Kontrolle in einer Metzgerei werde man eher Vorsicht walten lassen, so Salzsieder. „Da gibt es Messer.“

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