Wasser flutete Hallen und Maschinen

An einer Straße im MK: Zig Firmen kämpfen gegen massive Flutschäden

Fertige Ware: Hier müsse man sehen, was noch zu retten ist, sagt Bernd Falz, Inhaber der Firma Klincke in der Rahmede nach der Flut. Teilweise hat das dreckige Wasser hüfthoch in den Werkshallen gestanden.
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Fertige Ware: Hier müsse man sehen, was noch zu retten ist, sagt Bernd Falz, Inhaber der Firma Klincke in der Rahmede nach der Flut. Teilweise hat das dreckige Wasser hüfthoch in den Werkshallen gestanden.

Schwer getroffen wurden mehrere große Firmen in der Rahmede in Altena bei der Flut. Das Wasser stand teilweise kniehoch, Maschinen und Hallen wurden überflutet. Nicht überall läuft die Produktion schon wieder.

Altena – Manche Maschinen laufen schon wieder, andere nicht. In der Rahmede sind manche große Unternehmen schwer geschädigt worden, als das Wasser kam und aus dem eher harmlosen Rahmedebach ein reißender Fluss wurde. „Wir hatten vergleichsweise noch Glück“, berichtet Andrea Schoch aus der Firma Geck. Dennoch kann einer von drei Standorten noch nicht wieder produzieren. Drastischer fällt das Fazit von Bernd Falz für die Firma Klincke aus: „Die Firma ist abgesoffen.“

Ein Besuch in der alteingessenen Firma Klincke an der Rahmedestraße. Auf den ersten Blick ist nicht mehr viel zu sehen von den heftigen Schäden – auf den zweiten schon. Dunkle Ränder an der Wand zeigen, dass das schlammige Wasser „teilweise hüfthoch“ gestanden hat, berichtet Inhaber Bernd Falz.

Firma Klincke: Fünf Lkw-Ladungen voller Elektromotoren zur Reparatur

An den Mehrfach-Ziehanlagen fehlen Motoren. „Wir haben fünf Lkw-Ladungen an Elektromotoren zu Fachfirmen bringen lassen“, erzählt Bernd Falz über die ersten Schritte, um durch Reparaturen der Lage wieder Herr zu werden. Zudem müsse man herausfinden, wie stark die Steuerungen gelitten haben. Sein Mitarbeiter Waldemar Kraus erinnert sich an die ersten Eindrücke, als das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar wurde. „Das war ganz traurig. Ich hatte Tränen in den Augen.“

Bernd Falz lobt unterdessen seine Mannschaft. „Bis zur letzten Minute“ hätten die Mitarbeiter versucht, das Eindringen des Wassers zu verhindern, hätten der braunen Brühe Kisten in den Weg gestellt. Letztlich half das aber nicht. „Sie haben sich dann in den zweiten Stock geflüchtet.“ Man müsse aber auch das Positive sehen, unterstreicht Bernd Falz. „Der Versicherer war sehr kooperativ“.

Versicherung schickt 25 Mitarbeiter

Die Versicherung habe bis zu 25 Mitarbeiter eines Unternehmens entsandt, das die Reinigungsarbeiten aufnahm, unterstützt natürlich von Kräften der Firma Klincke. „Der Rest der Truppe reinigt und räumt auch.“ Der Betondeckel über dem Rahmedebach auf dem Firmengelände muss nun geöffnet werden, damit der Durchlass ausgebaggert werden kann. Sonst sei beim nächsten Regen eine weitere Überflutung wahrscheinlich.

Drahtwerk Hesse: Rundgang nach Flut „wie Wattwanderung“

„Wie eine Wattwanderung bei Norddeich“, so beschreibt Klaus Hesse, Inhaber des Drahtwerks Diedrich Hesse, seine ersten Impressionen, als er seine Firma nach den verheerenden Schäden zum ersten Mal wieder betrat. „Überall war Schlamm und Matsch.“ Auf einer Länge von 20 Metern sei eine Mauer eingestürzt.

Das große Aufräumen in Altena

Das große Aufräumen in Altena.
Die Post kommt wieder nach Altena
Die Post kommt wieder nach Altena
Das Team vom Café Nostalgie mit dem wiedergefundenen Schild.
Das große Aufräumen in Altena

„Das Werk 2 stand komplett unter Wasser.“ Einen Teil der Maschinen habe man noch nicht wieder in Betrieb nehmen können. Klaus Hesse bleibt aber optimistisch: „Aber wir sind guten Mutes, dass wir in zwei oder drei Wochen wieder mit voller Kapazität arbeiten können.“

Firma Mayweg: „Gefühl der Hilflosigkeit“

Auch vor der Firma Friedrich Wilhelm Mayweg machten die Wassermassen nicht Halt. „Das Wasser stand kniehoch in den Hallen“, berichtet Betriebsleiter Norbert Bierhoff. Vorwiegend durch die Verladetore sei das Wasser eingedrungen. Fertige Rohre und Vormaterial seien geschädigt worden. Maschinen, Anlagen und Stapler waren betroffen, darunter in besonderem Maße solche, die elektrisch betrieben sind.

„Mit einem Gefühl der Hilfslosigkeit“ habe er die ersten Momente erlebt – „und mit Tränen in den Augen“, sagt Bierhoff. Man werde versuchen, einen Teil des Materials zu retten, indem man es neu beizt, aber das habe seine Grenzen. „Die Kunden in der Automobilindustrie sind sehr anspruchsvoll“, macht der Betriebsleiter darauf aufmerksam, dass es sich um aufwendig zu bearbeitende Teile handelt.

Firma Geck: Produktion am schlimmsten betroffen

Rund eine Woche habe die Produktion nach dem Wassereinbruch stillgestanden. Weil Wetterereignisse wie das vom 14. Juli sich in der Zukunft häufiger ereignen könnten, gelte: „Wir können nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Man werde sich durch eine Notstromversorgung und Spundwände für die Hallentore technisch auf weitere Hochwasser vorbereiten.

Zu den betroffenen Firmen in der Rahmede zählt auch die Firma Geck. Von drei Standorten ist die Produktion in Mühlenrahmede am schlimmsten erwischt worden. „Das Werk dort produziert noch nicht wieder“, berichtetet Andrea Schoch, Assistentin der Geschäftsleitung. Im Vergleich zu anderen sei man noch glimpflich davon gekommen, „aber es reicht“. Auch die Bewohner der Rahmede kämpfen noch immer mit den Folgen.

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