Zensus 2011 in Altena: Jeder Zehnte ist mit dabei

Volkszählung 2011: Statisch gesehen wird nur jeder zehnte Bürger der Burgstadt überhaupt befragt werden.

von Johannes Bonnekoh - ALTENA - ALTENA ▪ Im kommenden Jahr beteiligt sich Deutschland an der europaweiten Bevölkerungszählung „Zensus“. Damit ist auch Altena mit im Boot. Auch hier werden Frauen und Männer Auskunft geben müssen, um neue und damit verlässliche Informationen etwa zum Wohnraum, zur Bildung und zum Erwerbsleben zu gewinnen.

Denn die letzte Erhebung dieser Art gab es in den alten Bundesländern 1987, nach der deutschen Vereinigung war zwar eine Zählung geplant, fand aber nicht statt. Die Daten aus der ehemaligen DDR sind noch älter, hier gab es letztmalig 1981 eine ähnliche Erhebung.

Zensus sorgt auch im Altenaer Rathaus derzeit für viel Arbeit. Tanja Jaeker: „Zunächst liegt die Federführung beim Märkischen Kreis. Dennoch ist ein Team schon dabei, die Grundvoraussetzungen für die Befragung durchzuführen.“ So werden im Rathaus „Kleinräumige Gebietsgliederungen“ aus dem gesamten Stadtgebiet herunter gebrochen. Gemeint ist damit, Straße für Straße den jeweiligen Ortsteilen korrekt zuzuordnen und auch darauf zu achten, welche Häuser auf den jeweiligen Straßenseiten überhaupt noch bewohnt sind. Dafür gibt es ein Zeitfenster bis November. Die Ergebnisse werden datentechnisch mit allen Ämter abgeglichen und vernetzt. Diese Aufgabe ist für Jaeker eine Sysiphus-Arbeit, aber wichtig, weil anders als bei traditionellen Volkszählungen auch bei Zensus 2011 „nur ein Teil der Bevölkerung befragt wird.“ Aus den Erläuterungen der Bundesbehörden geht hervor, dass etwa 17,5 Millionen Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnraum sowie von 7,9 Millionen Personen im Rahmen der Haushaltebefragung betroffen sind. Deshalb können skeptische Altenaer schon fast sicher sein, dass der Kelch an ihnen vorbei geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu den Befragten gehören, liegt bei ungefähr eins zu zehn.

Noch einmal zum Warum von Zensus 2011. Die Ergebnisse werden die Basisdaten für vielfältige Analysen liefern, die wiederum die Grundlage für viele Entscheidungen bei der Infrastrukturplanung darstellen: So ist es zum Beispiel wichtig, genau zu wissen, ob eher Kindergartenplätze, Schulen oder Altenheime benötigt werden.

Auch wenn es sofort irgendwie nach höherer Politik klingt: Ob Länderfinanzausgleich, die Einteilung der Bundestagswahlkreise, die Stimmenverteilung der Bundesländer im Bundesrat oder die Sitze Deutschlands im Europaparlament – all das hängt von aktuellen Einwohnerzahlen ab.

Die Aufnahme der Zensus-Daten erfolgt zentral durch Interviewer. Die klingeln an der Wohnungstür an. Bürger sind verpflichtet, Antworten zu geben. Tanja Jaeker berichtete, dass geplant ist, Rathaus-Mitarbeiter als Interviewer einzusetzen. Entsprechende Rundschreiben seien schon im Rathaus unterwegs. „Das ganze hat ja auch mit Datenschutz zu tun. Und wenn wir dem Kreis Interviewer nennen, müssen wir auch für deren Glaubwürdigkeit stehen“, meinte sie.

Für die Stadtverwaltung Altena bleibt Zensus 2011 ein Dauerthema. „Das wird uns jetzt bis zum Abschluss begleiten“, mutmaßt die städtische Sachbearbeiterin aus Zentrale Dienste, interner Service. Im Amt selbst sind im übrigen schon Bürger vorstellig geworden, die bereits Zensus-Fragebogenbriefe erhielten. „Wir mussten ihnen sagen, ja, sie müssen antworten“, sagt Tanja Jaeker. Wer sich weigere, riskiere ein Ordnungsgeld. ▪

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