Zeitsprung auf Burg Altena: Handwerk des Mittelalters

+
Marion Hantschel (rechts) führte die Besucher des Zeitsprunges in die Imkerei ein.

Altena -  Einen Blick auf historisches Handwerk ermöglichte der Dortmunder Verein „Elffeast“ am Sonntag im Hof der Burg. Die Mitglieder pflegen neben historischen Gewändern aus verschiedenen Epochen unter anderem die Imkerei, das Schnitzen und die Kunst des Punzierens, des punktuellen Verzierens von Schmuckstücken.

Von Thomas Krumm

Sabine Wedemeyer zeigte Besucherkindern, wie aus kleinen Metallstücken Ohrhänger und Broschen werden. Für die ehemalige Kunstlehrerin ist ihr Hobby ein Anlass, nicht nur schönes Geschmeide zu erstellen, sondern sich auch mit historischem Schmuck auseinanderzusetzen. Vorbilder sind Museumsstücke und archäologische Fundstücke, die Sabine Wedemeyer zu eigenen Kreationen anregen. Zu lernen war dabei die Technik und ein bisschen Geschichte: Dass die Zeit der Merowinger und Karolinger zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert etwa eine Hochzeit des Schmucks war. Verglichen damit gingen die späteren Kreuzfahrer mit Massenware auf „Reisen“.

Was tun, wenn es noch keine industriell gefertigten Löffel gibt?, lautete die Frage am benachbarten Stand von Hans-Jürgen Westhoff. Er zeigte, wie aus einem Stück Holz ein Löffel wurde. Wegen der Verletzungsgefahr durften nur ausgewählte Kinder sich ans Schnitzen eines Löffels machen – so auch der Sohn eines Schreiners, der Vorkenntnisse mitbrachte und zudem seinen Vater dabei hatte.

In dem Spiel der Gruppe, die bei all dem auch in historischen Rollen und entsprechender Kleidung steckte, verortete sich Hans-Jürgen Westhoff als „Lager-Opa“: „Ich fahre nicht mehr zur See und laufe nicht schwertschwingend durch die Gegend.“ Stattdessen widmete er sich den kleinen Reparaturaufgaben des Alltags – und den Löffeln.

Annett und Marion Hantschel führten in die sehr alte Kunst der Imkerei ein. Mit dabei hatten sie eine Armbrust. „Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der letzte Bär in Deutschland geschossen“, erklärte Annett Hantschel die einstige Grundausstattung eines Imkers. Denn wo Honig war, kamen Bären gerne hinzu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare