Zeichen der Freundschaft / Muslime und Christen ziehen gemeinsam durch die Stadt

Interreligiöser Friedensweg von Muslimen und Christen

Dr. Dietmar Kehlbreier, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Altena, Murat Sammas Gümüs, Vorsitzender der Ditib-Gemeinde, und Ulrich Schmalenbach, Pfarrer in St. Matthäus (von links), bereiten die gemeinsame Aktion vor.  Foto: Köller

Altena - Einen gemeinsamen Friedensweg durch die Stadt planen die islamische Ditib Gemeide, die katholische Kirchengemeinde St. Matthäus und die evangelische Kirchengemeinde Altena. Am Sonntag, 1. Februar, soll ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben gesetzt werden.

Vollständig geplant ist die gemeinsame Aktion, es fehlt nur noch die Zustimmung der Kreispolizeibehörde.

Murat Sammas Gümüs, Vorsitzender der muslimischen Gemeinde, Pfarrer Ulrich Schmalenbach (St. Matthäus) und Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier (evangelische Kirchengemeinde) laden alle Altenaer, die den Gedanken mittragen, zu dem gemeinsamen Gang durch die Stadt ein. Auftakt ist um 14 Uhr an der Moschee. Dort wird Kehlbreier die Teilnehmer begrüßen und der Imam eine Friedenssure aus dem Koran lesen.

Als sichtbares Zeichen der Freundschaft sollen nebeneinander die muslimische, die katholische und die evangelische Fahne an den Masten aufgezogen werden. Der Weg werde dann über die Mittlere Brücke zur zweiten Station führen, haben die Organisatoren geplant. Auf dem kleinen Platz zwischen Commerzbank und dem Eiscafé Cappuccino möchte Kehlbreier aus dem Alten Testament lesen.

Über die Lennestraße geht es weiter zur dritten und letzten Station – zum Markaner. Pfarrer Ulrich Schmalenbach liest dort an der Friedenseiche aus dem Neuen Testament. Abschließend gibt es kurze Statements von allen drei Gemeinden.

Die islamische Gemeinde sei mit dem Vorschlag des Friedensweges auf die evangelische und die katholische Gemeinde zugekommen, erklärte Pfarrer Ulrich Schmalenbach im Gespräch mit dem AK. „Das ist aber keine politische Demonstration gegen Pegida oder ähnliches“, betonte der Pfarrer. „Sondern ein Zeichen, dass Religionen gerade nicht in politische Verstrickungen geraten sollen.“ Deshalb würden auch keine Politiker reden – auch wenn diese selbstverständlich eingeladen seien, den Weg mitzugehen.

„Für uns alle drei ist es unvorstellbar, dass in vielen Teilen der Welt immer wieder versucht wird, mit Religionen grauenvolle Taten, Terror und Krieg zu rechtfertigen“, sprach Schmalenbach für Kehlbreier und Gümüs mit. „Wo doch der Glaube in allen Religionen die Menschlichkeit predigt.“

Der Friedensweg solle der Öffentlichkeit noch einmal vor Augen führen, dass ein freundschaftliches Miteinander zwischen den Religionen in Altena längst funktioniert, ergänzte Kehlbreier und nannte einige Beispiele. „Wir bekommen von der islamischen Gemeinde jedes Jahr freundliche Weihnachtsgrüße, nehmen an deren Sportfest teil und sind eingeladen, den Ramadan mitzuerleben.“

Um die ordnunsgsamtliche Anmeldung bemüht sich das Team derzeit. Und auf große Beteiligung am Friedensweg hoffen alle drei Gemeindevertreter. Murat Sammas Gümüs ist optimistisch: „Es wird bestimmt ein gemeinsamer Erfolg – und es wäre ja nicht der erste.“

von Kristina Köller

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