Zeichen gegen den aufkeimenden Nationalismus setzen

Parteien ziehen eher zögerlich in den Europawahlkampf

+
EU Flagge

Altena – Zehn Wochen noch bis zur Europawahl – bisher sind die (noch nicht beklebten) Plakattafeln die einzigen Vorboten für die Wahl am 27. Mai. Und viel mehr wird sich womöglich auch nicht tun, wie eine Umfrage unter den Parteien ergab.

Immerhin: Die SPD präsentiert Prominenz. „Zu 99 Prozent sicher“ sei es, dass die südwestfälische SPD-Kandidatin Birgit Sippel nach Altena kommen werde, berichtet der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Thomas Schmitz. Außerdem seien einige Wahlstände in Vorbereitung. 

Die CDU verbucht zwei Veranstaltungen unter dem Thema „Europawahl“, die damit eigentlich gar nichts zu tun haben: „Wir werden wie gewohnt am Gründonnerstag mit einem Infostand der CDU auf dem Wochenmarkt vertreten sein und die alljährliche Tradition fortführen“, berichtet Stadtverbandsvorsitzender Björn Uhr und verweist außerdem auf eine Fahrt zum Landtag in Düsseldorf im April. 

„Mit einer Promiveranstaltung zur Europawahl in Altena können wirnicht dienen“, bedauert er. Die FDP hat das Problem, dass sie sich nach der Vorstandswahl in der vergangenen Woche erst neu aufstellen muss. Bei der Mitgliederversammlung hatte der neue Vorsitzende Bernhard Diel aber angekündigt, dass auch er und seine Mitstreiter Wahlkampfstände planen. 

Bei denen Grünen hat der Europawahlkampf schon im Februar begonnen: Die Ortsvereinsvorsitzende Judith Köster verweist auf einen Besuch von Johannes Remmel, dem europapolitischen Sprecher der Landtags-Grünen. Daneben werde es Straßenwahlkampf und noch wenigstens eine Abendveranstaltung geben. 

„Die anstehende Europawahl ist von besonderer Bedeutung für die Zukunft der Europäischen Union“, schreibt Köster – ein Statement, das die anderen Parteivorsitzenden sicher unterschreiben würden. Auch ihnen ist daran gelegen, am 26. Mai ein klares Zeichen gegen den aufkeimenden Nationalismus und für ein friedliches, starkes und freies Europa zu setzen. 

Ob die von den Parteien geplanten Aktivitäten ausreichen, um dieses Ziel zu erreichen, bleibt abzuwarten: Bei der Europawahl 2014 trat die AfD erstmals in Altena an und holte aus dem Stand 5,7 Prozent der Stimmen. Obwohl sie bis heute vor Ort nicht aktiv ist, gewinnt sie in Altena immer mehr Wähler: Neun Prozent waren es bei der letzten Landtagswahl und knapp elf bei der Bundestagswahl 2017. Ihre Zugewinne gingen vor allem zu Lasten der SPD.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare