Kosten bleiben an der Stadt hängen

Burgaufzug wird jetzt um 500.000 Euro teurer

Rund um die Uhr und an sieben Tagen der Woche wurde anfangs im Berg gearbeitet. Auch das trug zur Kostensteigerung bei.

ALTENA - Dass etwas im Busch ist, wurde schon im öffentlichen Teil der Ratssitzung am Montag deutlich. Quasi in einem Halbsatz teilte dort der Stadtkämmerer mit, dass er für mögliche Mehrkosten beim Burgaufzug einen Posten von 300.000 Euro in den Etatentwurf für 2014 gestellt hat.

Nichtöffentlich erfuhren die Ratsmitglieder dann Genaueres. Der Burgaufzug wird teurer, die Kostenüberschreitung beträgt zwischen zehn bis zwölf Prozent der reinen Baukosten. Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt betrugen bei Beginn der Arbeiten 6,3 Mio. Euro, die (abzugsfähige) Mehrwertsteuer nicht mitgerechnet. Über 20 Prozent der Ausgaben entfallen auf Planungskosten, sodass die prognostizierten Baukosten bei etwa 5 Mio. Euro lagen. Das lässt sich nicht halten, rund 500.000 Euro werden zusätzlich gebraucht.

Am Donnerstag informierten Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, Stadtplaner Roland Balkenhol und Martin Löffler von der Planungsfirma CDM die Öffentlichkeit. Sie berichteten, dass 34 von 37 Aufträgen vergeben seien, die drei noch ausstehenden beträfen sehr kleine Gewerke und könnten deshalb zu keinen größeren Überraschungen mehr führen.

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Bei den Vergaben sei man stets auch im kalkulierten Kostenrahmen geblieben, berichtete Löffler – die Nachforderungen seien im Zusammenhang mit den Abrechnungen gekommen und natürlich genau geprüft worden. Heißt: Mehr Geld gab es nur, wenn das hieb- und stichfest begründet wurden.

Größter (Mehr)Kostenfaktor sei die allgemeine Entwicklung des Baukostenindexes, sagte Hollstein – sie hätte seit der ersten Kostenermittlung im Jahr 2010 um acht Prozent zugelegt. Nicht unerheblich zu Buche schlug die nachträgliche Entscheidung, beim Sprengen von Schacht und Stollen im Dreischichtbetrieb zu arbeiten – dementsprechend höhere Personalkosten rechneten die Firmen Feldhaus und Deilmann-Haniel ab.

Der Rest der Überschreitung entfällt auf kleinere Posten. So sei wegen der anstehenden Umstellung auf Digitalfunk bei der Feuerwehr und der damit vor einem Jahr noch einhergehenden Unsicherheiten einfach nicht klar gewesen, wie bei einem Unfall im Tunnel die Kommunikation der Einsatzkräfte gesichert werden konnte, schilderte Löffler eines von vielen Problemen. Als endlich Klarheit geherrscht habe, seien 70.000 Euro zusätzlich für den Tunnelfunk gebraucht worden.

„Das ist alles andere als schön“, sagte der Bürgermeister – grundsätzlich seien Baukostenüberschreitungen „nicht in Ordnung“. Hollstein sieht aber auch keinen Grund, „jetzt in Sack und Asche zu gehen“. Auch im Rat habe sich „keiner gefreut“. Das Kommunalparlament habe ihn beauftragt, zeitnah über den Kostenanstieg zu informieren und auch mit Blick auf den bevorstehenden Kommunalwahltermin Ross und Reiter zu nennen. Theoretisch wäre es möglich gewesen, erst nach der Abrechnung aller Gewerke (und damit frühestens Mitte nächsten Jahres) die Karten auf den Tisch zum legen.

Sowohl der Zuschuss des Märkischen Kreises als auch der Beitrag der Enervie zu den Baukosten sind gedeckelt. Damit bleiben die Mehrkosten in Gänze an der Stadt hängen. Er suche zurzeit nach Möglichkeiten, einen Teil der Mehrkosten durch Zuschüsse aufzufangen, verriet Hollstein. 

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