Tipps vom Hausarzt

Zeckenplage: So schützt man sich am besten

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Zecken lauern überall in der Natur - ob bei der Gartenarbeit oder Waldspaziergang.

Altena – Ob bei einem Waldspaziergang oder bei der Arbeit im Garten: Zecken lauern überall – in diesem Jahr gefühlt besonders stark. Doch es gibt wirksame Mittel.

Wie schützt man sich am besten? Was passiert, wenn man eine Zecke nicht ganz erwischt, die sich festgebissen hat? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Jan Felix Fritsch, der im Gesundheitszentrum Rahmede praktiziert.

Gibt es in diesem Jahr wirklich besonders viele Zecken? 

„Ich habe nicht den Eindruck, dass es mehr Zecken als in den vergangenen Jahren sind, aber vielleicht mehr als früher“, sagt Dr. Jan Felix Fritsch. 

„Der Grund dafür könne sein, dass die vergangenen Winter sehr mild waren und sich die Zecken deshalb schneller entwickeln.“ 

Wie kann ich mich vor Zecken schützen? Ähnlich wie gegen Mücken gibt es auch Sprays gegen Zecken, mit denen man sich einsprüht. Auch ätherische Öle helfen. „Einen 100-prozentigen Schutz bieten diese Produkte aber nicht“, betont der Hausarzt. 

Wichtig sei es daher, sich am ganzen Körper abzusuchen, sobald man aus der Natur kommt. „Gerade für Kinder gilt das nach dem Spielen draußen“, sagt Fritsch. 

An welchen Körperstellen setzen sich Zecken besonders gerne fest? 

Die Tiere suchen feuchte, warme Stellen, an denen die Haut dünn ist. Das ist zum Beispiel hinterm Ohr oder in den Achselhöhlen. 

„Vor Kurzem hatte ich eine Patientin, die eine Zecke am Augenlid hatte. Das war eine etwas problematische Stelle“, schildert der Hausarzt. 

Durch dicke Hautschichten wie Hornhaut kommen die Spinnentiere nicht hindurch. 

Was ist beim Entfernen einer Zecke zu beachten? 

Teilweise entfernen die Patienten die Zecken selbst, wenn sie es sich zutrauen. Je schneller die Zecke raus ist, desto besser. Denn die Wahrscheinlichkeit dass die Zecke eine Borreliose überträgt, erhöht sich, desto länger sie sich festsaugt. 

„Gerade am Wochenende sollte man daher nicht mit dem Entfernen warten, bis der Arzt montags wieder in der Praxis ist“, sagt Fritsch. Wer sich das nicht selbst zutraue, kann den hausärztlichen Notdienst aufsuchen. 

Dr. Jan Felix Fritsch praktiziert im Gesundheitszentrum Rahmede.

Wichtig sei vor allem, dass vor dem Entfernen der Zecke kein Desinfektionsmittel oder Ähnliches auf die Stelle gesprüht wird. „Das macht die Zecke panisch und erhöht eher die Wahrscheinlichkeit einer Infektion“, sagt der Fachmann. Daher erst anschließend die Stelle desinfizieren, rät er. 

Wenn der Betroffene die Zecke aber nicht richtig zu fassen bekommt und „der Stechapparat nicht entfernt werden kann, sollte die Stelle beobachtet werden. Der Körper eitert den Fremdkörper in der Regel heraus“, sagt Fritsch. 

Auf einem weißen Papier sei gut zu erkennen, ob die Zecke komplett entfernt wurde. 

Ist eine spezielle Zeckenzange zum Entfernen nötig? 

„Manche kommen mit einer Zeckenzange gut zurecht. Es reicht aber auch eine ganz normale Pinzette aus, die gut greift“, sagt Fritsch. Er rät, die Zecke nach dem Entfernen erst zu zerquetschen und wirklich zu töten, bevor sie entsorgt wird. 

Was ist Borreliose und woran erkenne ich die Krankheit? 

Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und werden über deren Speichel an den Menschen übertragen. Ein klassisches Erkennungszeichen ist die sogenannte Wanderröte. 

Um die Einstichstelle bildet sich ein großer roter Fleck, etwa fünf mal fünf Zentimeter groß. „In dem Fall sollte der Patient sofort einen Arzt aufsuchen, der ihm Antibiotika verschreibt. Je früher die Borreliose behandelt wird, desto besser“, sagt Dr. Fritsch. 

Zu einem späteren Zeitpunkt seien die Behandlungserfolge geringer. Der Nachweis einer chronischen Borreliose ist sehr schwierig. 

Ein Antikörpertest sei zwar möglich, dadurch könne aber nicht bestimmt werden, ob die Borreliose ausgeheilt sei. 

Welche Folgen hat die Krankheit? 

Wird die Borreliose nicht früh genug erkannt, kann sie sich zum Beispiel durch Gelenkbeschwerden oder Lymph-Arthritis äußern und auch das Nervensystem angreifen. 

Was ist mit anderen Krankheiten, die Zecken übertragen? 

Eine weitere Krankheit, die Zecken übertragen, ist der FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis), der eine Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Hier in der Region sei FSME weniger verbreitet, sagt der Fachmann. 

Um sich zu schützen, ist im Gegensatz zur Borreliose eine Impfung gegen FSME möglich. 

Gibt es nur die eine Zeckenart oder mehrere? 

Es gibt viele verschiedene Zeckenarten. In dieser Region ist vor allem der „gemeine Holzbock“ vertreten. Dabei handelt es sich um einen Lauergänger, der seinem „Opfer“ auflauert, um sich dann festzubeißen. 

Die Zeckenart, die Hunde befällt, ist eine andere und zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht lauert, sondern das Tier sogar jagt.

Zudem gibt es eine neue, gefährlichere Zeckenart, die sich in Deutschland neuerdings breit macht

Damit es gar nicht zum Biss kommt, gibt es Tipps, um die Zecken aus dem eigenen Garten zu vertreiben.

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