Zahlreiche Gäste genießen Trompeten- und Orgelkonzert in St. Matthäus

Mit Königsklängen ins neue Jahr

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Selbst eine dick verbundene Hand hielt Maria Hartel nicht davon ab, am Neujahrstag mit ihrem geschätzen Musikerkollegen Frank Düppenbecker ein Konzert zu geben. Die Instrumentalisten kennen sich bereits seit 20 Jahren.  

Altena - Nur versierte Hornisten und Trompeter konnten zu Lebzeiten Georg Philipp Telemanns dessen Sonate für Horn in C-Moll spielen, weil es eine „absolut gegen den Strich gebürstete Komposition ist“, erklärte Frank Düppenbecker beim Neujahrskonzert in St. Matthäus. Aber diese Rarität wollte er seinem Publikum nicht vorenthalten, als er am Dienstag mit Maria Hartel zum Konzert für Trompete und Orgel aufspielte.

Zum bereits dritten Mal hatten der Trompeter Frank Düppenbecker und Organistin Maria Hartel am 1. Tag des neuen Jahres eingeladen und der gute Ruf dieser Konzerte eilt ihm voraus: Zahlreiche Zuhörer hatten Lust auf weihnachtliche Klänge, selten gehörte Melodien und außergewöhnliche Arrangements. Der Hörgenuss begann mit einem festlichen Knaller: Die als Eurovisionsmelodie bekannt gewordene Komposition Te Deum von Marc-Antoine Charpentier verlieh dem Konzert wahren Feiertagsglanz und ein weiteres berühmtes Thema schloss sich direkt an: Drei Choralvorspiele von „Vom Himmel hoch“ hatten Düppenbecker und Hartel ausgesucht. Königliche Klänge aus der Feder von Tomaso Albinoni schlossen sich an. Drei Choräle von „Es ist ein Ros’ entsprungen“, allesamt im romantischen Stil verfasst, rundeten die Weihnachtsauswahl der Musiker ab.

Mit viel Wertschätzung für die tollen Arrangements nahm das Publikum das Neujahrskonzert an.

Frank Düppenbecker, der sämtliche Programmpunkte ankündigte und interessante Details verriet, schilderte eine Anekdote aus Johann Sebastian Bachs Kindheit: „Er wuchs bei seinem Onkel auf, der den Jungen von der Musik lieber fernhalten wollte. Deshalb studierte der junge Bach nachts heimlich Vivaldi-Literatur. Und er schuf später eine G-Dur-Variation seiner Musik.“ Außergewöhnliches hatte auch Leonard Bernstein verfasst: eine traditionelle Messe, obwohl diese liturgische Form in seiner Herkunftsreligion, dem Judentum, nicht vorkam. Der von Maria Hartel und Frank Düppenbecker daraus ausgewählte „Simple Song“ ist eigentlich ein großes Orchesterstück, ebenso wie „Tonight“ aus Bernsteins West Side Story. Telemanns „Air de Trompette“ schloss das Programm, doch von dem tollen harmonischen Zusammenspiel der Gastgeber wollten die Zuhörer unbedingt noch etwas mehr hören. Die Instrumentalisten legten noch ein Jazz- und ein Barockstück oben drauf und ernteten einen langen begeisterten Schlussapplaus.

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