„Zahlen sind Schall und Rauch“

Karl-Heinz Würpel (r.) unterschreibt, weil „da einfach zu viel Geld ausgegeben wird“. ▪

ALTENA ▪ Einmal mehr war am Donnerstagmorgen der Burgaufzug das Thema in der Stadt. Der Grund dafür: Altena innovativ startete seine Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren „Burgaufzug – Nein Danke“. In Höhe der Lutherkirche hatten sich Wilfried Bracht, Michael Busch und Anke Bielenberg postiert. „Viele kommen von sich aus, auf die anderen gehen wir zu“, so Bracht. Von Ilka Kremer

„Guten Tag. Sie wollen auch unterschreiben?“, fragt Bracht einen Passanten. „Gegen den Aufzug? Das fehlte mir noch“, erwidert dieser. Zur gleichen Zeit unterschreibt Karl-Heinz Würpel auf einer der Listen. „Ich bin gegen den Aufzug, weil da einfach zu viel Geld ausgegeben wird – unsere Steuergelder. Außerdem finde ich die Alternativen von Altena innovativ gut“, so seine Begründung. Dann kommt eine ältere Frau zum Tisch und unterschreibt. „Ich bin der Meinung, dass das Geld besser für die Altenaer ausgegeben werden sollte. Zum Beispiel für das Netter Lehrschwimmbecken“, sagt sie ganz aufgebracht und eilt auch schon wieder davon. „Ich bin dafür, also bin ich hier falsch“, meint Michael Jabor mit einem Lächeln. „Nicht unbedingt“, sagt Bracht. „Wenn sie wollen, dass neu darüber entschieden wird, können sie unterschreiben.“ Doch Jabor will den Aufzug auf jeden Fall. „Ich finde das romantisch und so etwas hat nicht jeder, das ist was Besonderes.“

Plötzlich wird es lauter am Stand von Altena innovativ. Geschäftsfrau Ulrike Hücking macht sich Luft: „Entweder den Burgaufzug oder gleich eine Talsperre, wie?“, sagt sie und in Brachts Richtung: „Sie machen Altena kaputt.“ Die beiden diskutieren aufgebracht und nicht immer sachlich. Hücking nennt Bracht einen Witzbold, daraufhin bricht Bracht das Gespräch ab, „das hat doch keinen Sinn“. Die Stimmung ist aufgeheizt und es gibt weitere Passanten, die sich über Altena innovativ ärgern, sogar mit schärferen Beleidigungen aufwarten. Beäugt wird das Ganze von Mitarbeitern des Ordnungsamtes und es macht den Anschein, dass sie genau dafür abgestellt worden sind.

Am Mittag bat die Redaktion Wilfried Bracht um eine erste Bilanz. „Wir sind überdurchschnittlich zufrieden für den ersten Tag“, sagte er. Wieviel Unterschriften auf dem Alternaer Wochenmarkt zusammen gekommen sind, wollte er jedoch nicht sagen, denn „Zahlen sind Schall und Rauch“, so Bracht. Am Nachmittag sammelte Altena innovativ außerdem auf dem Dahler Markt Unterschriften für das Bürgerbegehen.

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