Klapperstorch fliegt Bogen um Altena

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Meister Adebar – warum nur meidet er Altena? ▪

ALTENA ▪ 102 Geburten gab es im Jahr 2011 in Altena. Im Jahr zuvor waren es mit 104 Neubürgern nur unwesentlich mehr. Doch wer ein wenig weiter in die Vergangenheit zurück geht, bekommt einen Schrecken...

Meister Adebar besuchte Burgstädter-Familien im Jahr 2000 nämlich noch stolze 218 Mal – wer jetzt richtig rechnet, kommt damit auf einen Rückgang in dieser Zeitspanne von sagenhaften 53 Prozent.

Es liegt auf der Hand: Der Klapperstorch fliegt einen Bogen um die Stadt. Das hat auch Stadtkämmerer Stefan Kemper festgestellt. Ihm wurden gestern die neuen Geburtszahlen des Statistischen Landesamtes NRW aus Düsseldorf mitgeteilt. Nur ein schwacher Trost für den Altenaer Rathaus-Spitzenbeamten: Nach diesen Unterlagen und Berechnungen wird das Jahr 2011 mit einem landesweiten durchschnittlichen Rückgang der Geburtenzahlen von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (143 097) als das Jahr mit der niedrigsten Geburtenzahl seit Bestehen des Landes Nordrhein Westfalen in die Geschichte eingehen.

Kemper sieht deshalb Handlungsbedarf, verschiedene Dinge schon jetzt von Verwaltung und Politik auf den Prüfstand zu stellen. Nur einige Stichworte dazu: Bereitstellung von Kindergartenplätzen und die Fortführung von Grundschulen. Sollte sich das Niveau der Geburtenzahlen um 100 oder etwas mehr einpendeln, bedeutete das im Schulsektor, das beispielsweise nur noch vier bis fünf Eingangsklassen zu errichten seien.

Finanziell hat Altena unter diesem dramatischen Geburtenrückgang aktuell noch nicht zu leiden. Bei den Schlüsselzuweisungen schlägt das erst in einigen Jahren durch, so Kemper.

Noch eine abschließende Zahl: Kreisweit ging die Zahl der Neugeborenen 2011 um zehn Prozent zurück. Altena hatte 2007 – also vier Jahre vor der jetzt maßgeblichen Erhebung – noch 144 Neubürger zu verzeichnen. Die werden übrigens, auch wenn sie nicht in der Stadt auf die Welt kommen, deshalb erfasst, weil für die Statistiker der Wohnort der Mutter maßgeblich ist. ▪ Johannes Bonnekoh

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