Zahl der Ein-Euro-Jobber geht drastisch zurück

Die Zahl der Ein-Euro-Jobber wird in Altena halbiert.

ALTENA - Unkraut jäten, Rollstuhlfahrer durch die Stadt schieben, Schnee schippen und Müll aufsammeln – alles keine Pflichtaufgaben und damit geeignet für Ein- Euro-Jobber. Zwischen 70 und 80 gibt es davon in Altena, sie leisten bei der Stadt, aber auch in Altersheimen oder in Schulen gemeinnützige Arbeit – und zwar auch in Nachrodt, weil Altena die Betreuung der dort eingesetzten Ein-Euro-Kräfte miterledigt.

Jetzt drohen Veränderungen: Axel Freund, Bereichsleiter im Fachbereich Jugend und Soziales, informierte den Sozialausschuss jetzt über einen bevorstehenden, drastischen Abbau dieser Stellen. Das Jobcenter Märkischer Kreis, also die ehemalige Arge, hat der Stadt jetzt mitgeteilt, dass die Zahl der Stellen für Ein-Euro-Jobber zur Jahresmitte auf 37 reduziert wird. 15 der Stellen sind für unter 25-jährige Empfänger von Sozialleistungen reserviert.

Die Folgen für die Stadt sind ganz erheblich. Sie bekommt nämlich Geld für die Ein-Euro-Jobber, und zwar deutlich mehr als jenen Euro, den die Betroffenen pro Stunde bekommen. 295 Euro pro Monat zahlt das Jobcenter für unter 25-Jährige und trägt damit der Tatsache Rechnung, dass sie umfangreich pädagogisch betreut werden. Für ältere Betroffene gibt es 195 Euro im Monat.

Beim Baubetriebshof und in der Stadtverwaltung kümmern sich gleich mehrere Beschäftigte um die Ein-Euro-Jobber: Ein Koordinator legt fest, wer was macht, beim Baubetriebshof übernimmt ein Anleiter die fachliche Aufsicht. Der Fachbereich Jugend und Soziales sorgt für eine sozialpädagogische Betreuung. Im Moment trägt sich das noch durch die Zuschüsse – wenn sie zurück gehen, müsse die Stadt ab 2012 womöglich Geld dazutun, deutete der zuständige Fachbereichsleiter Wolfgang Friess vor dem Sozialausschuss an. Zugute kommt ihr allerdings, dass der größte Teil der Betreuer zeitlich befristete Arbeitsverträge hat und die Stadt deshalb auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren kann.

Björn Uhr, der für die CDU im Sozialausschuss sitzt und sich auch beruflich mit dem Thema Pflege beschäftigt, wies auf die gravierenden Folgen für Altersheime und ähnliche Einrichtungen hin. Mit dem Wegfall des Wehr- und damit auch des Zivildienstes seien diesen erst kürzlich Mitarbeiter für den nicht-pflegerischen Bereich abhanden gekommen. Wenn jetzt auch noch die Ein-Euro-Jobber reduziert würden, könne das zu erheblichen Einschnitten führen. Für Maßnahmen wie das Spazierengehen mit den Bewohnern habe das reguläre Pflegepersonal nämlich einfach keine Zeit.

von Thomas Bender

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