Neue Serie: Gut gekauft - Bruno Hüttemeister hat sich lebenslang bemüht

Ein zähes Ringen um Schuhe

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Bruno Hüttemeister heißt ab Januar Sandra Heisler in seinem Laden in der Lennestraße 69 willkommen.

Altena - Bruno Hüttemeister hat lange gekämpft für ein neues Schuhgeschäft in seinem früheren Ladenlokal. „Mit den Pächtern Grimm und Kurz ist das lange gut gegangen, über die dritten sprechen wir lieber nicht mehr...“, erklärt der Altenaer schmunzelnd. Einen Schuhhändler hat der 83-Jährige nicht mehr finden können, trotz intensiver Suche im gesamten Branchengebiet. Aber jetzt zieht Sandra Heisler mit ihrem Geschäft „Driemes“ bei ihm ein. „Die hat sich gefreut, sich vergrößern zu können.“

„Für ein Schuhgeschäft ist das Ladenlokal Hüttemeister heute zu klein“, weiß der Einzelhändler im Ruhestand. Bis ins Jahr 2000 hat Bruno Hüttemeister noch selbst die Füße seiner Kunden vermessen und ideales und schickes Schuhwerk mit ihnen gemeinsam gefunden. Damals war es noch undenkbar, solche Waren nicht im Laden anzuprobieren. „Heute reicht ein Klick, um das gleiche Paar in drei Größen ins Haus liefern zu lassen. Man behält die Ware, die passt, der Rest wird kostenfrei zurückgeschickt. So etwas bricht dem Einzelhandel das Genick.“ Noch immer ist Bruno Hüttemeister in engem Kontakt zu Händlern, die lokal Schuhe verkaufen.

Handel im Wandel? Da fällt Ulrike Betzler-Hüttemeister sofort ein schönes historisches Foto vom alten Ladenlokal Herbert Betzler in die Hände. Dass das Geschäft stetig modernisiert wurde, hat sich im Laufe der Jahrzehnte bezahlt gemacht

„Kollege Hammerschmidt wäre nach Altena gekommen, wenn ich ihm ein Ladenlokal mit 300 Quadratmetern auf einer ebenerdigen Etage hätte anbieten können. Aber das haben wir nicht in der Stadt. Deshalb habe ich mich von dem Gedanken verabschiedet, die Branche erhalten zu können in Altena. Obwohl ich das Geschäftsfeld zu gerne weiterhin in der Stadt gesehen hätte, um einen Mix zu haben.“

Sämtliche Größen

Bruno Hüttemeisters Kollegen müssen wie der Internethandel heute sämtliche Größen eines Modells auf großer Fläche vorhalten, um Kunden ins Geschäft zu locken. „Outlets laufen unter 1000 Quadratmetern gar nicht“, hat er erfahren. 

Wie sehr sich die Branche verändert hat, das hätte sich seine Ehefrau Ulrike Betzler-Hüttemeister nie träumen lassen. „Im Schmucksegment läuft das heute ähnlich. Große beliebte Modeschmuckhersteller wollen, dass der kleine Einzelhandel alles einer Serie auf Vorrat hat. Eine bei jungen Leute sehr beliebte Marke haben wir deshalb nicht im Programm gehabt, weil wir ein Warenpaket im Wert von 50 000 Euro dafür hätten ankaufen müssen, aus dem dann drei Linien hervorragend gelaufen wären und der Rest nicht“, erklärt sie. 

Für reine Juwelierketten kann sich so etwas lohnen, weiß sie: „Man bekommt ein Warenträgerpaket, Werbeaufsteller und manchmal sogar Ladeneinrichtung, wenn man sich darauf einlässt.“

Ulrike Betzler-Hüttemeister: „Wir mussten unsere eigene Marke werden“.

Geknebelt und entlastet zugleich - ein solches Geschäftskonzept hat Ulrike Betzler-Hüttemeister nie für sich gesehen. Wie sie überlebt hat? „Wir mussten unsere eigene Marke werden“, erklärt sie. 

Die Drahtschmuck-Kollektion made in Altena wird mittlerweile in zwölf Länder geliefert. Schnell und präzise kann das Team im Geschäft agieren, wenn Kunden eine Anpassung benötigen. „Ohne eigene Werkstatt würden wir nicht mehr existieren“, weiß die Geschäftsfrau.

Immer modern

Das Ladenlokal immer modern und in Schuss halten, feste Öffnungszeiten etablieren, dem Kunden immer das Gefühl des Willkommenseins geben - das sind Rezepte, mit denen es sowohl in der Branche von Bruno Hüttemeister, wie auch der seiner Frau funktioniert hat. 

Viel verändert hat sich, seitdem der Samstag in den Fabriken als Arbeitstag wegfiel. „Da wurde dieser Tag immer mehr zum Ausfliegen genutzt und es fand eine Kaufkraftabwanderung statt, die noch heute zu beobachten ist. Viele gehen zum Frühstücken aus und shoppen.

Sofort verfügbar

Natürlich dorthin, wo das gewünschte Produkt sofort verfügbar ist. Das ist in Altena nicht mehr so. Schuhe sind dafür das beste Beispiel geworden“, erklärt das Ehepaar.

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