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„Absolute Ausnahmesituation“: Orkan „Ylenia“ sorgt für Wirbel an Schulen

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Von: Ines Engelmann

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Leere Schulklasse
Leere Klassenräume wird es am Donnerstag aufgrund von Orkantief „Ylenia“ in ganz NRW geben. Schulleiter in Nachrodt und Altena hatten sich eigentlich auf eingeschränkten Unterricht eingestellt. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Die Vorbereitungen laufen für Orkantief „Ylenia“: Deshalb bleiben am Donnerstag Schulen geschlossen. Schulleiter kritisieren derweil die Kommunikation mit dem Schulministerium.

Altena/Nachrodt – Die Schulen in Altena und Nachrodt hatten sich auf einen eingeschränkten Schulbetrieb eingestellt, bevor Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch bekannt gab, dass alle Schulen in Nordrhein-Westfalen vorsichtshalber geschlossen bleiben. Grund dafür ist Orkantief „Ylenia“, das am späten Mittwochabend im Märkischen Kreis erwartet wurde. Der Deutsche Wetterdienst kündigte orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 km/h an.

„Wir hatten schon häufiger Sturmwarnungen in Altena, bei denen nicht viel passiert ist“, sagt Hans-Ulrich Holtkemper, Leiter des Burggymnasiums, dem am Mittwoch wenig Zeit zum Reagieren blieb. „Wir gehen kein Risiko ein, hoffen aber, dass am Ende wieder nichts ist.“ Erfahrungsgemäß sei es laut Holtkemper vor allem für Schüler mit weiteren Wegen schwieriger, an solchen Tagen sicher in der Schule anzukommen. Bevor Schulministerin Gebauer entschied, dass der Unterricht landesweit ausfällt, bereitete sich das BGA noch auf einen eingeschränkten Unterricht am Donnerstag vor: „Wenn einzelne Kinder nicht in die Schule kommen, dann können sie dem Unterricht online zugeschaltet werden. Wird die Lage aber zu gefährlich, können wir komplett auf den Distanzunterricht ausweichen“, erklärt Holtkemper.

„Ylenia“ sorgt für Wirbel an Schulen: BGA-Unterricht digital

Und so soll es nach der Bekanntmachung von Gebauer nun auch kommen: Der Unterricht am BGA wird am Donnerstag nach dem normalen Stundenplan über Webex stattfinden. Holtkemper: „So geht uns kein Tag verloren.“ Das BGA erhielt die Nachricht vom NRW-Schulministerium übrigens am Mittwoch um 12.13 Uhr per E-Mail. „Das ist natürlich etwas knapp, wenn um 13 Uhr Unterrichtsschluss ist“, betont Holtkemper. Schließlich müssen alle Betroffenen rechtzeitig informiert werden. Eltern, Schüler und Lehrer werden über Neuigkeiten zur Sturm-Lage über die Schulhomepage und per E-Mail benachrichtigt.

Auch Carsta Coenen, Leiterin der Grundschule Nachrodt-Wiblingwerde, ist froh, dass sie es geschafft hat, die Eltern am Mittwoch noch rechtzeitig zu informieren. Zeit zum Durchatmen hat sie dennoch nicht: „Es sind genug anfallende Arbeiten vorhanden“, sagt Coenen.

„Ylenia“ sorgt für Wirbel an Schulen: Sekundarschule verzichtet auf digitalen Unterricht

Ebenso wenig Entspannung gibt es für Sekundarschulleiterin Anne Rohde. „Wir haben von der Entscheidung des Schulministeriums über Eltern erfahren. Die haben die Neuigkeit scheinbar im Radio gehört“, sagt Rohde. Auf die Schulmail, die beispielsweise am BGA angekommen ist, wartete die Schulleiterin am Mittwochnachmittag noch vergebens. Ihr fehle auch die Zeit, um ständig das Mail-Postfach zu aktualisieren. „Ich habe mich auf der Homepage des Schulministeriums informiert und daraufhin Lehrer, Eltern und Schüler verständigt.“

Wie wichtig Schulsozialarbeit an der Sekundarschule, aber auch an der Grundschule ist,  damit hätte vor ein paar Jahren noch niemand gerechnet.
Bleibt am Donnerstag ebenfalls geschlossen: Die Sekundarschule am Holensiepen in Nachrodt. © Fischer-Bolz, Susanne

Anders als am BGA soll es am Donnerstag in der Sekundarschule keinen Distanzunterricht geben, da das Ministerium von „Unterrichtsausfall“ sprach. Dennoch sind die Schüler angehalten, ihre Aufgaben zu machen. Rohde befürchtete außerdem, dass bei digitalem Unterricht aufgrund des Sturms der Empfang gestört sein oder ganz abbrechen könnte.

„Absolute Ausnahmesituation“: „Ylenia“ sorgt für Wirbel an Schulen

Schulleiter Wolfgang Wilbers geht auch in der Gemeinschaftsgrundschule Altena kein Risiko ein: „So ein Sturm ist eine absolute Ausnahmesituation“, sagt er und verschickte deshalb schon am Mittwochmorgen eine Rundmail. Darin bat der Schulleiter um Vorsicht auf dem Schulweg und eine Abwägung der Gefahr durch die Eltern. Nachmittags hatte sich der Schulweg dann für alle gänzlich erledigt. Am Donnerstag werden die Eltern von der Schule über die ihnen bekannten Wege auf dem Laufenden gehalten.

Lehrer müssen übrigens trotz Unwetterwarnung und Unterrichtsausfall in Schulen erscheinen. Laut Schulministerium bestehe sonst die Gefahr, dass sich Schüler auf den Pausenhöfen aufhalten und durch den Sturm zu Schaden kommen. Eltern von Kindergartenkindern sind angehalten, die Betreuung in den Tagesstätten am Donnerstag möglichst nicht in Anspruch zu nehmen.

Bereits in Alarmbereitschaft ist die Feuerwehr der Burgstadt. „Wir nehmen die Sturmwarnung durchaus ernst und sind vorbereitet“, sagt Pressesprecher Philipp Selle. Er empfiehlt denjenigen, die am Donnerstag unbedingt das Haus verlassen müssen, vor allem Wälder zu meiden, „denn der Borkenkäfer hier in der Gegend sorgt dafür, dass die Bäume leichte Angriffsflächen für den Wind darstellen“. Zudem sollte man das Radio einschalten und aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes beachten, erklärt Selle. Vorsorgliche Straßensperrungen, wie es sie seit Mittwochmittag beispielsweise an der L697 in Plettenberg gibt, sah die Feuerwehr für das Altenaer Stadtgebiet nicht vor.

Erst Ende Oktober sorgte Sturmtief „Ignatz“ für mächtig Unruhe im Märkischen Kreis.  Am Freitag wird Sturm Zeynep auf NRW treffen.

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