Wünsche: Vertrauen und weitergehende Infos

Die neuen Inhaber: Dr. Armin Wurth und Dr. Dietmar Stephan.

ALTENA ▪ Er freue sich, dass der katholischen Kirche in Sachen St. Vinzenz Krankenhaus ein „vernünftiger Stabwechsel“ gelungen ist, meinte Dr. Andreas Hollstein in seiner Funktion als Bürgermeister und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins gestern auf Anfrage. Dazu beigetragen hätten auf jeden Fall auch die Altenaer. „Sie sind auf die Straße gegangen.“

Hollstein hofft jetzt, dass die Bürger in der Zukunft auch dem Krankenhaus, seinen Ärzten und dem Pflegeteam ihr Vertrauen schenken werden. „Es ist eine große Chance für Altena.“ „Christliche Werte, patientenzentrierte Leistungserbringung, medizinische Qualität, konservative und nachhaltige Unternehmenspolitik, Wirtschaftlichkeit ohne Renditemaximierung“ – auf diesen Eckpfeilern basiert die Unternehmensphilosophie der Deutsche KlinikUnion und der Deutschen KlinikManagement, sagen die Geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Armin Wurth und Dr. Dietmar Stephan. Und: „Das Krankenhaus soll in seiner Struktur und Identität erhalten bleiben, das ist ein wichtiger Erfolgsfaktor bei einem Gesellschafterwechsel. Die große Verbundenheit der Bevölkerung und der Mitarbeiter mit ‚ihrem Krankenhaus‘ soll weiter gefördert und ausgebaut werden. Die Akzeptanz des Krankenhauses in der Region ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg.“

Irmgard Ibrom, die Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt, hofft nun, dass die neuen Ärzte am St. Vinzenz recht schnell das Vertrauen der Altenaer gewinnen, damit „das Krankenhaus wieder ein Krankenhaus ist“. Dass Wurth Kaufmann und Stephan ein Mediziner ist, bewertet sie als „gute Mischung“. Wenn die beiden Männer es schafften, das Haus wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, dann sei das eine „super Sache“.

„Die katholische Kirche wollte das Krankenhaus ja schließen“, sagte Oliver Held. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen erinnerte daran, dass die Altenaer auf die Straße gegangen sind und für den Erhalt des Krankenhauses gekämpft haben. Für ihn ist die Übernahme durch Deutsche KlinikUnion und Deutsche KlinikManagement erstmal eine gute Nachricht, weil „das ist eine neue Perspektive für das Haus“. Held freut sich darüber, dass die neuen Inhaber um Transparenz bemüht sind. Was er sich aber noch wünscht ist, dass es bald weitergehende Informationen gibt, besonders was die katholische Kirche und deren Verantwortung für den Weiterbetrieb und für die Mitarbeiter angeht.

Für FDP-Chef Bernhard Diel klingt das, was Wurth und Stephan sagen, vielversprechend. „Ich freue mich, dass es weitergeht und, dass das Angebot ausgebaut werden soll. Das ist ein positiver Schritt fürs Krankenhaus.“ Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Uwe Scholz, war gestern für eine Stellungsnahmen nicht zu erreichen.

Positiv blickt auch Ulrich Schell, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung von St. Vinzenz, in die Zukunft. „Wir müssen uns zusammenraufen und alle mitanpacken“, ist er sich dennoch im Klaren. Die Mitarbeiter müssten Opfer bringen, das hätten die neuen Inhaber bereits deutlich gesagt. „In welcher Größenordnung, das bleibt abzuwarten.“ In der kommenden Woche würden diesbezüglich erste Gespräche geführt. „Es soll nicht auf Biegen und Brechen gespart werden“, so Schell – momentan sei keine Rede von Stellenabbau. Vielmehr lägen zahlreiche Bewerbungen für die derzeit unterbesetzte Pflege auf dem Schreibtisch. ▪ Von Ilka Kremer

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