Mehrere tausend Euro für verstopftes Rohr

Klo  Wucher
+
Wenn im Klo nichts mehr (ab)läuft, hilft am besten ein örtlicher Installateur.

Am Freitag ging nichts mehr im Badezimmer-Abfluss des Altenaers. Also sucht er nach Hilfe und fand im Internet einen „Dienstleister“ in Duisburg. Das sollte für ihn ausgesprochen teuer werden.

Altena - Der Altenaer rief die angegebene Handynummer an und vereinbarte Termin und Preis („Höchstens 500 Euro“). Der angebliche Handwerker war schnell vor Ort. Anschließend machte er die Rechnung auf: mehrere tausend Euro. Der Kunde zahlte zähneknirschend bar. Am Wochenende überkamen ihnen jedoch Zweifel an der Richtigkeit. Am Dienstag erstattete er Anzeige bei der Polizei.

Es mag zwar Spezial-Dienstleister für bestimmte Handwerker-Leistungen geben. Doch für einen verstopften Abfluss müsste eigentlich niemand aus dem fernen Duisburg anreisen – das macht jeder Altenaer Installateur deutlich billiger.

Nach Ansicht der Polizei könnte sich um einen Fall von „Wucher“ (§ 291 Strafgesetzbuch) handeln, wenn ein „Handwerker“ eine Notlage ausnutzt. Sie warnt: „Wer im Internet auf die Suche nach einem seriösen Handwerker geht, der sollte sich als erstes das Impressum anschauen: Sind dort plausible Daten angegeben samt Register-Einträgen, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, einem namentlich genannten Verantwortlichen oder Geschäftsführers und Adresse? Je näher das Unternehmen seinen Sitz hat, desto besser. Das spart auch Fahrtkosten.“ Vor Auftragsvergabe sollten unbedingt feste Anfahrtkosten und Stundensätze vereinbart werden. Zahlen sollte man erst dann, wenn eine ordentliche Rechnung mit aufgescghlüsselten Positionen vorgelegt wird.

Vor der Vergabe von Aufträgen an Unbekannte sollte man auch nach Qualifikationen fragen. Nicht jeder „Handwerker“ darf alles. Er richtet beim Pfuschen unter Umständen mehr Schaden an als Nutzen.

Die alleinige Angabe von Handy-Nummern ist heutzutage nicht ungewöhnlich. Doch ein Festnetz-Anschluss mit örtlicher Vorwahl ist besser, schafft aber auch nicht unbedingt Gewähr, dass der Anbieter tatsächlich vor Ort sitzt. Anrufe lassen sich weiterschalten.

Wer auf der ganz sicheren Seite sein möchte, sollte nach Ansicht der Polizei eine persönliche „Notfall-Liste“ mit den Kontaktdaten vertrauenswürdiger, örtlicher Handwerker und Dienstleister zusammenstellen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare