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Graffiti gegen Rassismus

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Von: Michael Koll

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Workshop Graffiti Sekundarschule Altena
Graffiti.jpg © Koll, Michael

„Wenn Du die Fläche ausfüllen möchtest, gehst Du einen Schritt zurück“, sagt Yves Thomé zu einer Schülerin der Sekundarschule Altena/Nachrodt-Wiblingwerde. „Im Gegensatz zu dem Sprühen von Linien gehst Du dann nicht so nah an die Wand heran“, erläutert der Graffiti-Künstler aus Lüdenscheid.

Altena – Im Rahmen der Projektwoche an der Schule machen einige Acht- bis Zehntklässler an diesem Donnerstag einen Ein-Tages-Workshop mit Thomé. „Zu Beginn haben wir erst einmal etwas Theorie gemacht“, erklärt der Künstler. „Ich habe von der Herkunft der Graffiti aus dem Hip-Hop berichtet, habe auch noch ein wenig über Schriftkunde gesprochen – und jetzt sind wir bei den ersten praktischen Übungen.“

Erste Versuche an einer versteckten Wand

Die Mädchen und Jungen stehen mit Yves Thomé in einer abgelegenen Ecke des Schulgeländes an der Nettestraße in Altena. Hinter einem Schuppen probieren sie sich an einer Mauer aus. Erst haben sie beim Zeichnen von Strichen ihre ruhige Hand getestet. Jetzt geht es darum, eine Fläche mit der Sprühfarbe auszufüllen.

Schon macht der Künstler vor, wie sich beides miteinander verbinden lässt. Er greift zur Dose mit der grünen Farbe und zaubert ein großes Ypsilon an die Wand. Dann wechselt er zur Sprühdose mit dem schwarzen Lack. „Damit mache ich jetzt die Konturen, die trägt man immer erst hinterher auf“, verdeutlicht Thomé.

Wichtige Tipps vom Profi

Er lässt es die Schüler selbst ausprobieren, hat ein Auge auf deren Sprühtechnik und korrigiert sogleich einen der Jugendlichen: „Du musst zum Sprühen statt des Daumens den Zeigefinger nehmen“, ermahnt er den Jungen. „Damit arbeitest Du viel sauberer“, erklärt er seinen Einwand.

Die Tipps des Profis sind wichtig für die Jugendlichen, denn am Ende ihres eintägigen Seminars wollen sie eine Wand im Foyer der Schule neu gestalten – und zwar mit Worten in verschiedenen Sprachen. Tags zuvor haben sie sich diese überlegt und – noch ohne Thomé – Entwürfe zu Papier gebracht.

Darunter ist „hevgirtinê“, das kurdische Wort für „Zusammenhalt“. Auch „Frieden“ in kyrillischen Lettern gehört zum Gesamtkunstwerk wie „Vielfalt“ in arabischen Schriftzeichen.

Projekt wird vom Kreis gefördert

Parthenat Molochidis, die zuständige Lehrerin der Sekundarschule für das Anti-Rassismus-Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage – Schule der Vielfalt“, ist mächtig stolz auf den zügigen Lernfortschritt ihrer Schützlinge. Die Englisch- und Philosophie-Lehrerin reckt begeistert den Daumen in die Luft.

Das Projekt wird gefördert und mit rund 750 Euro finanziert durch das Kommunale Integrationszentrum des Märkischen Kreises. Vertreter des Märkischen Kreises waren am Donnerstag auch vor Ort, um den Workshop zu begleiten.

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